Von Köln nach Vada (Womo 2009 / 01)

Nun ist Sie also gestartet. Unsere erste Reise in einem Wohnmobil. Nachdem wir uns in 2009 lange nicht entscheiden konnten was wir im Urlaub so machen, haben wir uns dann endlich entschlossen mal einen Wohnmobil Urlaub auszuprobieren.
Also wurde kurzerhand bei der Freizeit AG ein La Strada Avanti L gemietet (79 EUR pro Tag) und ab ging es in den Süden.


Hier sieht man Angelika am Steuer auf der Hinfahrt am 13.09.2009.

Das bepacken des Wohnmobils hatten wir und irgendwie auch einfacher vorgestellt. Nachdem wir den Wagen am Samstag gegen mittag abgeholt hatten, ging es los mit der Beladung. Aber das stellt man sich einfacher vor als es dann letztlich ist. Man hat ja so unglaublich viel Platz. Da fallen einem dann immer mehr Sachen ein, die man sicherheitshalber doch noch mitnehmen will. Auf jeden Fall sind wir dann letztlich erst am Sonntag morgen losgekommen.


Die erste Etappe der Reise ging dann erstmal nur bis in die Schweiz, genauer gesagt zum Rheinfall bei Schaffhausen. Wir fanden gleich einen guten Wohnmobil Stellplatz in der Nähe des Rheinfalls den wir Nachts rauschen hören konnten.
Der erste Abend in unserem rollendem Hotel war dann auch ganz gemütlich. Nach einer Brotzeit haben wir einen ruhigen Abend bei einer leckeren Flasche Rotwein im Wagen verbracht. Es wird ja im September schon relativ früh dunkel und kühl.

Am nächsten Tag haben wir dann unsere Fahrräder vom Wagen geholt und sind am Rhein entlang bis Stein am Rhein geradelt. Leider war das Wetter an diesem Tag schon etwas durchwachsen. Der Radweg in Richtung Bodensee führt nur teilweise am Rhein entlang. Oft muss man relativ weit ins Landesinnere ausweichen und auch relativ steile Anstiege bewältigen.


Stein am Rhein ist die Stelle, wo der Rhein den Bodensee verlässt. Ein sehr schönes historisches Örtchen mit bunten Fassaden an malerischen Fachwerkhäusern. Da das Wetter aber immer schlechter wurde und gerade ein Schiff in Richtung Schaffhausen ablegte, entschlossen wir uns rasch die Rückfahrt nicht mehr entlang, sondern auf dem Rhein zu machen.
Eine gute Entscheidung, denn schon während der Bootstour fing es dann an zu regen.
Nach einem kurzen Imbiss in Schaffhausen klarte es aber zum Glück wieder auf und wir konnten in der Sonne das letzte Stück am Rhein zurück zum Stellplatz radeln.

Von Schaffhausen aus ging es dann weiter in Richtung Süden. Das Wetter wurde dabei leider immer trübseliger und gipfelte in Schneeschauern als wir den Gotthard Pass (2019m) erreichten. Hier wollten wir zum ersten Mal „wild“ mit dem Wohnmobil übernachten um dann am nächsten Tag weiter in Richtung Comer See zu fahren.

Zum Glück ist am Gotthard ein Herberge die auch geöffnet hatte. So bekamen wir in der Kälte und dem Schneegestöber wenigstens noch ein warme Mahlzeit serviert. Danach mussten wir uns dann wieder zum Wohnmobil durchkämpfen das wir etwas abseits am Gipfelsee geparkt hatten. Zum Glück hat so ein Wohnmobil eine prima Gasheizung die wir dann in dieser Nacht auch durchgehend eingeschaltet hatten.


Am Dienstag morgen war der Schneefall dann wieder in Regen übergegangen und wir verliessen relativ zügig den unwirtlichen Pass in Richtung Süden. Unser angestrebtes Ziel, der Comer See lag aber auch in Wolken und nach der kalten Nacht war uns beiden jetzt endlich mal nach etwas wärmeren Wetter zumute und so fuhren wir direkt weiter in Richtung Toskana.

Der Empfehlung von Ralf und Andrea folgend, peilten wir den Campingplatz Tri Pesce in Vada an. Das liegt südlich von Livorno an der toskanischen Mittelmeerküste. Eine gute Wahl. Zwar erwischte uns auch hier direkt in der ersten Nacht ein schweres Gewitter, das sich auch bis in den nächsten Tag hineinzog, aber es war relativ warm dabei und wie man dem Regen im Wohnmobil entkommt hatten wir ja mittlerweile gelernt.


Erst am nachmittag des folgenden Tages klarte es auf und wir konnten unsere ersten Stunden am Strand verbringen. Die etruskische Küste ist wirklich sehr schön, es riecht überall mediterran nach Pinien und anderen würzigen Aromen (vor allem nach starken Regenfällen ;-)) und der Sand ist weiss und feinkörnig.

In der zweiten Nacht gab es dann erneut Gewitter und so langsam zweifelten wir an unserer Entscheidung, so spät im Jahr noch einen Campingurlaub zu machen.


Am Freitag war es dann aber trocken und wir konnten das Meer und den schönen Campingplatz nochmal geniessen. Praktischweise hatten wir unseren Gasgrill eingepackt. Da Holzkohlefeuer auf dem Campingplatz verboten waren, waren wir sozusagen perfekt ausgerüstet. So gab es an einem Abend lecken Fisch und am anderen Abend Gambas vom Gasgrill. So schmeckt Italienurlaub am besten…


Los Organos / Orotava Tal

Heute sind wir nach einem zünftigen Frühstück zu unserer ersten Wanderung aufgebrochen. Es gab noch eine leichte Verzögerung, weil ich versucht hatte die Strecke vorab auf mein GPS Gerät zu laden. Nach einer Menge heruntergeladener Bytes und vielen Flüchen habe ich es dann aber drangegeben.

Diese ganzen GPS Formate sind nicht für mich geschaffen. Um so erstaunlicher, dass ich es geschafft habe den GPS Track der Wanderung doch noch ins Netz zu stellen: Die ganze Strecke in der Google Maps Ansicht
(alle Bilder lassen sich durch anklicken nochmal in einer vergösserten Ansicht laden)

Die Anfahrt von Puerto de la Cruz nach Aguamansa ist mit ca. 30 Minuten (je nachdem wie man durch das Zentrum von Orotava kommt) schnell erledigt. Hinter Aguamansa geht es dann noch ein Stück in den Wald zu einem Grillplatz/Kinderspielplatz in einem natürlichen Krater. Dort startet dann die Tour zu den Orgelpfeiffen. Der Aufstieg ist auch ein Pilgerpfad, wie man an den Kreuzen am Wegesrand unschwer erkennen kann.

Nach ca. 300 Höhenmetern durch einen dichten Pinienwald mit sehr angenehmen Temperaturen kommt man auf den eigentlichen Höhenweg der oberhalb der bizarren Felsformationen verläuft. Hier erwartete uns aber auch eine böse Überraschung: Ein Schild erklärte unmissverständlich, dass dieser Weg gesperrt sei. Ein deutsches Paar vor uns war gerade drauf und dran den Rückweg anzutreten. Nachdem wir aber beschlossen hatten , das Schild zu ignorieren folgten Sie uns dann später doch noch nach.
Der Höhenweg war das Risiko wert. Herrliche Blicke auf den Teide und eine vielfältige Blütenpracht begleiteten uns auf dem gut ausgebauten Weg der sich immer am Hang entlang schlängelte. Vor allem die prächtigen Wurzrosetten mit Ihren (im aufgeblühten Zustand) grellgelben Blütenständen waren eine Augenweide. Auf dem Bild sieht man ein geschlossenes und ein erblühtes Exemplar.

Nach einer knappen Stunde Wegs kamen wir dann auch an die Stelle, wo gerade Bauarbeiten am gefährlichsten Teilstück des Weges im Gange waren. Das war dann auch gleichzeitig die Erklärung für das Schild mit der Sperrung des Weges. Die Bauarbeiter liessen uns freundlich vorbei und wir waren froh, dass wir uns vom Schild nicht haben abhalten lassen.
Auf dem Foto kann man die Bauarbeiten erkennen. Diese Stelle des Weges ist aber auch die einzige Stelle an der einem etwas mulmig werden kann. Wenn die hölzernen Geländer erst mal fertig sind, kann man auch hier beruhigt die schöne Aussicht geniessen.

Blick auf den Teide.

Immer wieder laden Felsvorsprünge am Wegesrand ein, die schöne Aussicht zu geniessen. Aber auch die dem Berg zugewandte Seite lockt mit dem Blick auf ein Blütenmeer.

Nach gut 3 Stunden endet der Höhenweg an einem letzten schönen Aussichtspunkt. Dort beginnt dann der Abstieg durch den dichten Pinien/Eukalyptus-Wald.
Wieder am 1200 Metern abgekommen, muss man dann über einen breiten Waldweg zurück zum Ausgangspunkt der Strecke. Dabei hat man nochmal einen schönen Blick auf die Felsformationen die den Namen Log Organos geprägt haben.
Eine schöne Strecke. Mit 5 Stunden (inkl. Pausen) aber auch kein leichter Einstieg in unsere Wanderwoche. Morgen gehen wir dafür nur einen kurzen aber heftigen 2,5 Stunden Weg. Aber davon morgen mehr …


Der erste Tag auf Teneriffa

Nach langer Zeit sind wir mal wieder auf Teneriffa gelandet. Nachdem wir sonst eigentlich immer im November auf die Kanaren geflogen sind, haben wir diesmal kurzentschlossen eine Woche Urlaub im Juni in der wir eigentlich zuhause bleiben wollten dazu genutzt mal den Frühsommer auf den Kanaren kennenzulernen.

Wir waren das letzte Mal waren wir vor 6 Jahren in Puerto de la Cruz. Obwohl es uns hier sehr gefallen hat, haben wir den letzten Teneriffa Urlaub in einem kleinen Bergdorf auf der anderen Seite der Insel verbracht.
Dabei ist es in Puerto de la Cruz wunderschön. Vor allem die Plätze der Stadt, allen voran die Plaza del Charco haben ein traumhaftes Flair und laden zum Flanieren und abhängen ein. Hier habe ich bewusst mal das Bild eines kleineren Kirchplatzes in der Nähe des Plaza del Charco reingestellt, der Plaza La Iglesia bei Nacht.
Nach der Ankunft sind wir denn dann auch erstmal schön essen gewesen und haben danach auf der Plaza del Charco noch einen Cafe Solo getrunken.
Danach sind wir zurückgelaufen in das Appartment von Uschi und Heinz bei denen wir netterweise wohnen dürfen.

Der erste Urlaubstag war denn auch der Erkundung der Wohnung und der lokalen Gegebenheiten und dem Einkauf gewidmet. Nach einem ausgiebigen Frühstück sind wir auf den Bauernmarkt von Tacoronte gefahren und haben uns mit lecken Zutaten und jeder Menge Orangen ein gedeckt. In der Wohnung gibt es eine Zitruspresse, die wird im Urlaub auf Hochtouren laufen !
Dann waren wir noch im Botanico, den botanischen Garten von Puerto de la Cruz. Dieser wurde ursprünglich 1788 von Carlos III. als Akklimatisierungsgarten für die Pflanzen aus seinen Überseekolonien eingerichtet. Später sollten die Pflanzen dann von den Kanaren auf das spanische Festland überführt werden. Das schlug aber fehl und übrig blieb die Übergangslösung.
Der Botanico ist – zusammen mit dem botanischen Garten in Palermo/Sizilien – der schönste botanische Garten den ich kenne.

Vor allem der beeindruckende Ficus der eigenlich nur noch aus riesenhaften Luftwurzeln besteht oder so eindrucksvolle Exoten wie der Feigenbaum aus dem Himalaya machen diesen Garten wirklich einzigartig.
Mit einem guten Roman in der Hand, kann man schon mal einen gemütlichen Nachmittag in so einem hübschen Garten vertrödeln. Aber morgen ist es dann vorbei mit dem faulenzen und wir werden Teneriffa erwandern. Wir haben schon gehört, dass in den Canádas die Tajinaste (bis zu 3 Metern hohe Blütenpyramiden) blühen sollen und freuen uns auf eine Insel im Frühsommerkleid.


Abschied vom Lago

Auch der schönste Urlaub geht mal zuende. Jetzt geht es zurück ins kalte Deutschland. Wir beobachten schon eine Weile die Wettervorhersagen in Deutschland und würden lieber noch eine Weile im warmen Italien bleiben. Am letzte Tag haben wir nochmal alles gemacht was am See Spass macht. Da wäre natürlich zunächst mal Baden gehen. Bei 35 Grad eine wahre Wonne, obwohl der See schon etwas zu warm war.

Ein Badetag am See

Ein Badetag am See

Und natürlich musste ich noch eine zweite Runde um den See fahren. Diesmal ohne Gewitter, dafür in sengender Hitze. Ich weiss nicht was schlimmer ist. Die Tour war leider etwas schwieriger als die erste. Zunächst mal ist mir nach 1 km irgendwas weggeflogen. Während ich noch überlegte, was das wohl gewesen sein könnte, fiel mir auf, dass die Kilometeranzeige nicht mehr funktionierte. Da war dann auch klar, was da weggeflogen war. Aber ich weiss ja wie lang die Runde um den See ist.

Nach der zweiten Tour um den See

Nach der zweiten Tour um den See

Also weiter hiess die Devise. Der Berg nach Gradoli bei 35 Grad ist ein echter Leckerbissen. Mit meinen frisch eingestellten Umwerfer (die erste Runde um den See war ich komplett auf dem kleinen vorderen Blatt gefahren) konnte ich auch bergab richtig Gas geben. Das führte zwar zu einer schnellen Runde, aber leider auch dazu, dass ich hinterher völlig fertig war.

Essen beim Purgatorio

Essen beim Purgatorio

Abends sind wir dann zum Purgatorio Essen gegange. Dabei handelt es sich um ein sehr malerisch gelegenes Restaurant auf dem Weg nach Capodimonte direkt am See. Berühmt für sein leckeres Essen und seine Mückenschwärme. Das Essen war in der Tat immer noch gut, ich würde sogar sagen, es war das Beste Essen dieses Jahr in Bolsena.

Dann ging es früh ins Bett, denn am nächsten Tag wollten wir um 6 Uhr aufstehen. Nach einer kurzen Nacht wurden die letzten Sachen zusammengepackt. Dann nochmal runter zum See, ein letztes Bad nehmen und einmal der erste im See sein. Wenn man sich das Bild anschaut, fragt man sich, warum wir das nicht jeden Morgen gemacht haben.

Morgenstimmung am Lago

Morgenstimmung am Lago

Vorbei an der malerischen Kulisse von Orvieto ging es dann um 7:30 Uhr auf die Autobahn. Arreviderci Bolsena. Es war ein schöner Urlaub.

Blick auf Orvieto

Blick auf Orvieto

Ausflug zu Cascada del Marmore bei Terni

Nachdem wir am Mittwoch schon unsere holländischen Freunde verabschiedet haben, sind wir am Donnerstag nochmal zu einen Ausflug aufgebrochen. Das Ziel: die Wasserfälle von Marmore bei Terni.

Das interessante an den Wasserfällen: Sie sind nicht natürlichen Ursprungs, sondern wurden dereinst von den Römern angelegt um eine sumpfige Hochebene zu entwässern.

Die Wasserfälle in Betrieb

Die Wasserfälle in Betrieb

Hier sieht man den Wasserfall „in Betrieb“. Gegen Mittag wird die Wasserzufuhr gestoppt. Und innerhalb weniger Minuten versiegt das Wasser. Kaum vorstellbar wenn man mal in der Gischt des Wasserfalls gestanden und die Kraft des Wassers gespürt hat.

Am oberen Aussichtspunkt der Cascade

Am oberen Aussichtspunkt der Cascade

Wir sind (obwohl wir leicht verschlafen haben) noch rechtzeitig zu den Fällen gelangt um von unten  nach oben zu einem Aussichtspunkt zu wandern (Sentiero No 1). Der Ausblick auf die Fälle ist sehr hübsch wenn auch nicht spektakulär.

Auf dem Sentiero No 2

Auf dem Sentiero No 2

Danach sind wir noch auf dem Sentiero No 2 ins Herz des Wasserfalls gewandert um dann dort zu erleben wie das Wasser gegen 13:00 Uhr abgestellt wurde. Innerhalb weniger Minuten versiegt das Wasser bis auf ein paar Rinnsale. Nebenarme des Wasserfalls liegen dann komplett trocken.

Die Cascade kurz nach dem Abstellen des Wassers

Die Cascade kurz nach dem Abstellen des Wassers

Auf dem Bild oben sieht man den Wasserfall wieder in der Totalen. Es ist in etwa dieselbe Position wie auf dem ersten Bild ganz oben.

Ausflug nach Deruta/Assisi

Heute war Ausflugstag. Es ging nach Assisi. Vorher haben wir noch einen kleinen Ausflug nach Deruta gemacht. Deruta ist bekannt für sein Keramik Handwerk. Angelika sucht noch nach Ersatz für unsere Pasta Schüssel die wir vor Jahren in Bolsena gekauft haben, die aber leider seit längerer Zeit einen Riss hat.

Majoliche Grazia in Deruta

Majoliche Grazia in Deruta

In Deruta ist an jeder Ecke ein Geschäft mit Keramikwaren. Da ist es gar nicht so einfach etwas schönes zu finden. Das alte Nadel im Heuhaufen Problem. Aber wir hatten Glück und entdeckten einen schönen Laden der sehr schöne Eigenkreationen anbot. Wir wurden auch durch die ganzen Werkstätten geführt. Es war interessant zu sehen, wie die Keramiksachen hergestellt werden. Als Motive werden sehr häufig traditionelle Themen verwendet. Wir kauften schliesslich eine sehr schöne Schüssel die an ein traditionelles Motiv angelehnt war.

Die Grabeskirche San Francesco in Assisi

Die Grabeskirche San Francesco in Assisi

Danach ging es weiter ins nahe Assisi. Der Ort ist wie erwartet sehr touristisch. Neben Deutschen, Italienern und Franzosen gab es auch eine Menge amerikanischer Touristen in Assisi. Wir besuchten die Kirche in der sich das Grab des heiligen Franziskus befindet und ich habe anstelle meiner Mutter eine Grabkerze gespendet. Das wird Sie sicher freuen.

Das Grab des heiligen Franziskus

Das Grab des heiligen Franziskus

Zurück in Bolsena haben wir uns dann im See abgekühlt, es war leider wieder sehr schwül am Montag. Danach ging des dann zu Angela und Pierro zum Abendessen. Es Restaurant mit einem herrlichen Blick über den See.

Blick über den See von Angela und Pierro aus

Blick über den See von Angela und Pierro aus

Rund um den Lago

Der sportliche Höhepunkt am Lago di Bolsena ist immer wieder die Rundfahrt um den See. Natürlich mit dem Rennrad. Da gibt es ein paar knackige Steigungen bei Gradoli und auch bei Montefiascone die bewältigt werden wollen.

Vor der Fahrt um den See

Vor der Fahrt um den See

Da das Wetter am Sonntag nicht so super war (Gewitter gegen Mittag) beschloss ich, die Tour schon am zweiten Tag in Angriff zu nehmen. Es war zwar schon etwas spät als ich gegen 16:15 Uhr losfuhr, aber ich dachte mir, gestählt durch unsere Wandertouren müsste es in einem Rutsch zu schaffen sein.

Der Anstieg bei Gradoli, die erste harte Prüfung auf der Strecke, ging auch gut. Durch das Gewitter hatte es sich etwas abgekühlt und es fuhr sich ganz angenehm.

Die Tour um den See bei GPSIES.com

Die Tour um den See bei GPSIES.com

Leider fing es aber bei Valentano wieder an zu grummeln und als ich den langen Aufstieg nach Montefiascone hinter mir hatte, kam ich in ein heftiges Gewitter. An weiterfahren war zunächst nicht zu denken. Ich konnte wenig erkennen durch meine beschlagene Sonnenbrille und ohne Brille konnte ich wegen der Tropfen nichts sehen. Also erst mal Pause an einer Bushaltestelle. Als der Regen etwas nachliess, fuhr ich dann auf nassen Strassen die lange Abfahrt nach Bolsena hinunter. Auch kein reines Vergnügen, denn die Autos lassen einen Rennradfahrer natürlich in einem Spühregen hinter sich.

Ausserdem fuhr ich leider genau in die Richtung des vorbeiziehenden Gewitters. Ich verfolgte es praktisch und alle 2 km hatte ich es dann wieder eingeholt und stand wieder im prasselnden Regen. Super !

Durch diese Regeneskapaden wurde die Tour dann doch länger als geplant. 60 km in 2:42 Stunden mit einem Schnitt von 22,3. Wer sich die Strecke ansehen möchte, hier der Link auf GPSIES.com

Die leckeren Nudeln mit frischen Pilzen die wir danach zusammen mit den Holländern in unserer Ferienwohnung gekocht haben, haben aber alle Strapazen wieder vergessen gemacht.

Am Bolsenasee

Am Samstag Morgen ging es dann weiter an den Bolsena See. Wir waren nun schon einige Jahre nicht mehr am See und freuen uns darauf ein paar ruhige Tage in Umbrien zu verbringen und die gestressten Wandererbeine mal ein wenig im See baumeln zu lassen.

Nach knapp 7 Stunden Fahrt auf einer recht vollen Autobahn erreichten wir gegen 16:00 Uhr den See.

Erster Blick auf den Lago

Erster Blick auf den Lago

Die Ferienwohnung war dank der genauen Beschreibung leicht zu finden. Die Anlage Val di Lago liegt direkt neben dem Campingplatz Val di Sole. Sehr spartanisch simpel einfach ausgestattete Ferienwohnungen liegen auf einem großzügig angelegten Areal das mit einem alten Baumbestand sehr viel Schatten bietet.

Ferienwohnung im Val di Lago

Ferienwohnung im Val di Lago

Unser kleines 2 Zimmer Appartment liegt im Erdgeschoss, vor dem Haus ist eine hübsche kleine Terasse auf der wir heute morgen unser ersten Frühstück eingenommen haben.

Erstes Frühstück auf unserer Terasse

Erstes Frühstück auf unserer Terasse

Zum Camping Cappeletta sind es ca 20 Gehminuten. Man kann entweder direkt am See entlang gehen, oder man geht über die Via Cassia, was aber wegen der schnellen italienischen Autofahrer eine aufregende Angelegenheit ist.

Auf dem benachbarten Campeggio kann man morgens Brötchen und süße Teilchen einkaufen, sehr praktisch ! Hier wird es uns an nichts fehlen. So, nun aber Schluss mit bloggen, jetzt gehen wir an den See…

Die Ferienwohnung innen

Die Ferienwohnung innen

Abschlusstour zur Schusterhütte

Am Freitag sind wir nochmal zu einer gemeinsamen Abschlusstour zur Schusterhütte aufgebrochen. Ein gemütlicher Start um 9:30 Uhr führte uns zunächst mit dem VW Bus bis ans Ende des Tales. Da waren wir bisher auch noch nicht gewesen. Die ältesten Höfe des Tales, ein wassergetriebenes Sägewerk und eine wunderschöne Aussicht auf die 3000er am Ende des Talkessels kennzeichnen diesen Teil des Tales.

Kuh auf der Kaserfeld Alm

Kuh auf der Kaserfeld Alm

Auf einer Höhe von 1700m wurde dann geparkt und es ging auf sanft ansteigenden Wanderwegen hinauf zur Kaserfeld Alm. Dort hat Angelika den Almbauern erstmal gründlich zur Milchbearbeitung auf einer Alm ausgefragt und sich die Zentrifuge genauer angesehen.

Die kurze Rast an der Alm war vor allem für die mitwandernden Italiener vonnöten, denn der Italiener geht nicht ganz so schnell bergauf.

Aufstieg zur Schusterhütte

Aufstieg zur Schusterhütte

Über einen weiteren sanften Anstieg ging es dann weiter zur wunderschön gelegenen Schusterhütte. Dort gab es dann eine lange Rast und Roland spielte ein paar Heimatlieder auf dem Akkordeon.

Roland am Akkordeon

Roland am Akkordeon

Nach ein paar Wein und einem leckeren Zirbenschnaps ging es dann auf einer anderen, ebenfalls leichteren Route hinunter ins Flatschbergtal. Eine schöne Aussicht auf das Hasenohr (3257m) macht Lust diesen Berg einmal zu besteigen.

Blick ins Flatschbergtal

Blick ins Flatschbergtal

Gegen 17:00 Uhr erreichten wir den Bus und der letzte Wandertag im Ultental war zuende. Und ich kann hier nur sagen: Schön wars ! Wir waren sicher nicht das letzte Mal im Sommer im Ultental. Es warten noch einigen Berge darauf von uns bestiegen zu werden und wir planen schon die nächste Wandertour ins Ultental. Diesmal vielleicht zusammen mit Jutta und Peter.

Die Schusterhütte auf 2310m

Die Schusterhütte auf 2310m

Aufstieg zum Hohen Dieb 2730m

Nachdem wir ja gestern eine eher geruhsame Almentour gemacht haben, stand heute wieder eine richtige Tour auf dem Plan. Der Hohe Dieb soll das „Dach“ des Ultental Urlaubs werden. Start waren wieder die Höfe auf dem Larcherberg. Von da aus ging es hoch zur Riemer Alm und dann weiter auf dem Weg Nummer 4 in Richtung Hoher Dieb. Der Aufstieg verläuft weitestgehend harmlos in einem hübschen Seitental.

Aufstieg zum Hohen Dieb

Aufstieg zum Hohen Dieb

Dabei hat man den Berg immer schon links im Blick.

Der Hohe Dieb

Der Hohe Dieb

Nach dem Start auf 1700m braucht man ca. 3 Stunden bis auf 2400m zu den Kofelraster Seen die am Fusse des Hohen Diebes liegen. Eiskaltes, glasklares Wasser. Leider viel zu kalt zum Baden.

Einer der Kofelraster Seen

Einer der Kofelraster Seen

Am ersten See vorbei wollten wir eigentlich noch an den zweiten See gehen um von da aus über die Alternativroute 15/15a zum Gipfel aufzusteigen. Aber der zweite See war nur über einen recht steilen Abstieg zu erreichen. Da ich auch nicht sicher war, ob es sich bei dem Abstieg wirklich um die richtige Route handelte, sind wir dann doch direkt über die Route 4 aufgestiegen.

Aufstieg zum Gipfel über Route 4

Aufstieg zum Gipfel über Route 4

Ein knackiger Aufstieg, wie man auf dem obigen Bild auch sehen kann. Ich war froh, dass ich trotz meiner lädierten Hände beide Leki Stöcke dabei hatte, im oberen Abschnitt war das eine grosse Hilfe. Nach einer weiteren Stunde Aufstieg haben wir dann den Gipfel erreicht.

Am Gipfelkreuz des Südgipfels

Am Gipfelkreuz des Südgipfels

Belohnt wurden wir mit einem herrlichen Blick auf die umliegende Berglandschaft. Am Gipfel waren jede Menge anderer Bergsteiger. Vor allem Einheimische hatten das herrliche Wetter zu einem Ausflug auf den hohen Dieb genutzt.

Vom südlich gelegenen Gipfel sind wir nach kurzer Rast noch auf den Hauptgipfel aufgestiegen. Von da aus dann über den ursprünglich geplanten 15er Weg wieder hinunter zu den Seen. Das war aber leider eine Schnappsidee. Der Abstieg war stellenweise eine echte Kraxelei und die Route hat auch landschaftlich wenig zu bieten.

Selbstauslöserbild beim Aufstieg

Selbstauslöserbild beim Aufstieg

Durch diesen Umweg wurde es dann auch recht spät, so dass wir erst gegen 16:00 Uhr wieder an der Riemer Alm ankamen. Das war eindeutig die anstrengenste Tour des Urlaubs. 28 km lang, 6 Stunden Gehzeit und über 1000 Höhenmeter mit unseren Alternativrouten. Meine Füsse, die von der ersten langen Tour schon arg mitgenommen waren sind jetzt wirklich mit Blasen übersäht und ich bin froh, dass wir morgen wieder eine Kaffeetour machen werden.