Wanderung Masca Schlucht

Heute stand die Masca Schlucht auf dem Programm. Eine relative kurze Wanderung die von Masca hinab zum Meer führt. Dabei wandert man durch eine atemberaubende Schlucht deren Felswände sich über Dir zu schliessen scheinen.
Das Wetter spielte auch mit, am frühen Morgen (7:00 Uhr) war es zwar noch etwas bedeckt, aber das riss dann schnell auf.

Nach einer Autofahrt von einer knappen Stunde, davon die letzten 5 km auf einer abenteuerlich schmalen Strasse ist man im kleinen Weiler Masca. Hier gibt es nur ein paar Häuser, eine kleine Kirche und einen beeindruckenden Baum auf dem Kirchplatz. Der Einstieg in die Schlucht liegt unauffällig mitten im Ort kurz vor der zweiten Bar.
Nachdem die Schlucht im oberen Teil noch relativ weit geöffnet ist, wird Sie nach unten sehr eng und man muss auch schon mal durch relativ enge Stellen oder unter dicken Felsbrocken hinweg.

Insgesamt ist der Weg doch eher schwierig (nix für Dich Uschi). Die Stöcke helfen dabei ungemein, weil Sie zum einen die Trittsicherheit erhöhen und zum anderen die Knie schonen. Ich würde dringend raten die Tour nur mit zwei Stöcken zu machen.
So richtig gefährlich ist die Tour aber kaum. Zum einen ist der Weg sehr stark frequentiert, so dass man im Zweifelsfall schnell gefunden wird, zum anderen gibt es viele anstrengende, aber wenig gefährliche Stellen. An einem Punkt ist die Strecke mit Stahlseilen gesichert. Die haben wir aber gar nicht benutzt.

Im Rother Wanderführer ist die Strecke mit 2:45 Stunden angegeben. Das kommt auch gut hin. Wir laufen eigentlich immer etwas länger als die Rother Angabe, haben aber trotz Pause nur 3 Stunden für den Abstieg gebraucht. Wie man im Detail bei GPSies.com sehen kann, schlängelt sich der Weg ziemlich und man überwindet 600 Höhenmeter.

Das atemberaubende sind natürlich die riesigen Felswände von denen man umgeben ist. Die Vegetation ist dagegen eher unspektakulär. Hin und wieder kommt man an größeren Schilfbeständen vorbei und oft sammelt sich das wenige Wasser das zum Zeitpunkt unserer Wanderung (Mitte Juni) durch den Barranco fliesst zu einem kleinen Teich. Im Rother Wanderführer ist auf 125 Höhenmetern eine Kaskade eingezeichnet. Ich habe schon aufregendere Kaskaden in Vorgärten in Deutschland gesehen.

Nach 3 Stunden erreicht man dann das Meer, dessen Brandung man schon vorher in der Schlucht hören kann. Klares Wasser lädt dort zum Schwimmen ein. Leider hatten wir keine Badesachen dabei und da die Bucht eine beliebte Badebucht (von Ausflugsbooten aus) ist, wollte ich auch nicht ohne Badehose ins Meer springen.

So blieb uns nichts weiter übrig, als neidisch den Badenden zuzusehen die mittlerweile mit dem Boot auf dem wir vorher telefonisch unsere Rückfahrt gebucht hatten angekommen waren. Rechts des Barranco Ausgangs (vom Meer aus gesehen) gibt es auch eine schwarze Sandbucht. Hier besteht aber Steinschlaggefahr. Besser ist es wohl, vom Bootsanleger aus ins Meer zu springen. Dort hängt ein Seil das einem die Rückkehr auf den Anleger erleichtert.

Das Boot selbst betritt man über einen Ausleger. Das Schiff legt nicht wirklich an.
Auf der Rückfahrt nach Los Gigantes fährt man an den imposanten Felsformationen vorbei die diesem Ort seinen Namen gegeben haben.
Eine schöne Überraschung war dann noch der Besuch von 4 Delfinen die sich einen Spass daraus machten in der Bugwelle eines zweiten Ausflugsschiffes zu spielen. Dabei konnte man die Tiere sehr schön beobachten.

In Los Gigantes angekommen sah es allerdings etwas mau aus mit den Busverbindungen zurück nach Masca. Weil es auch etwas unklar war, wann denn nun der nächste Bus nach Santiago del Teide (dort muss man in jedem Fall auf den noch seltener fahrenden Bus 355 nach Masca umsteigen) fahren würde, versuchte ich mein Glück mit Autostop. Nach einer kanppen Stunde in der sengenden Sonne nahm mich dann der Bus mit in dem Angelika schon grinsend wartete.
In Santiago del Teide hatte ich dann mehr Glück und ein junges Paar, das zum Klettern und Wandern nach Masca fuhr nahm mich über die letzte 5 km mit.
Alles in allem war es aber eine sehr schöne Tour, nicht zuletzt auch wegen der schönen Bootstour am Schluss mit den spielenden Delfinen.
Aber wir waren auch rechtschaffen müde am Abend. Nachdem wir noch in einer Tapas Bar am Plaza del Charco ein paar Tapas gegessen hatten und uns danach den Berg zur Wohnung wieder hinaufgequält hatten, fiel ich wie ein Stein ins Bett. Morgen machen wir definitiv einen Ruhetag.


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