Die Creative D.A.P. Jukebox

Ein HDD Player, bei dem man zunächst mal an einen tragbaren CD Player denkt, wenn man ihn zum ersten mal sieht. Dadurch sticht er zunächst mal aus der Masse der am Markt verfügbaren HDD Geräte heraus, ist aber leider auch deutlich größer als der Rest in dieser Liga. Alle anderen Hersteller haben sich beim Design eher an der Grundform der Festplatte orientiert, und dabei sind oft deutlich kleinere Geräte herausgekommen. Aber die Form ist sicher auch Geschmacksache.

Der Lieferumfang

Im Lieferumfang ist ein einfacher Kopfhörer, - den man nach einmaligem Probehören am besten seinen Kindern zum Spielen überlässt -, ein USB Kabel, ein Netzteil, dass auch international nutzbar ist, eine einfache Tragetasche (leider ohne Gürtelschlaufe), eine Treiber- und Software CD und 2 Sätze NiMH Akkus (AA). Bei den Akkus hat Creative sich nicht lumpen lassen und hat neben einem 1600 mAh Satz noch einen Satz 1800 (!) mAh Akkus von GP in die Box gepackt. Das ist aber auch absolut notwendig, um wenigstens einigermaßen akzeptable Laufzeiten zu erreichen, denn der Player ist mit gut 4 Stunden Laufzeit nicht gerade ein Dauerläufer.

Dateiübertragung und Software

Die einzige Möglichkeit Daten auf das Gerät zu übertragen, ist die mitgelieferte PlayCenter Software. Hierbei handelt es sich um eine integrierte Softwarelösung, mit der man CDs in hoher Qualität encodieren und auf den Player übertragen kann. Die Software unterstützt Skins, aber leider nur in der Miniaturansicht. In der mittleren und großformatigen Anzeige, die man zum Übertragen von Files benutzt, gibt es leider nur eine Standardansicht, die für meinen Geschmack deutlich zu viel Bildschirmplatz verschenkt, weil sie dicke abgerundete Ecken hat.

Bei der Installation des PlayCenters wird ungefragt ein Programm mit dem Namen NewsUpd.exe auf dem PC installiert. Dieses Programm versucht in regelmäßigen Abständen auf das Internet zuzugreifen. Aus meiner Sicht eine Frechheit von Creative. Ich habe das Programm sofort gelöscht.

Ansonsten kann man mit der Software problemlos und flott Daten auf den Player übertragen. Neuere Versionen der Software eignen sich auch dazu, ungeschützte MP3 Files wieder vom Player zurück auf die Festplatte des PCs zu transferieren. Mit ungeschützten Daten sind dabei Files gemeint, die man selbst auf den Player übertragen hat. Seit kurzem gibt es sogar eine Version mit der man normale Datendateien auf den Player transferieren kann (Version 2.2). Leider ist die Funktion noch nicht ganz ausgereift, aber es reicht sicher, um mal eben eine größere Datenmenge komfortabel zwischen 2 PCs zu bewegen. Wer diese Funktion öfter benötigt, sollte sich aber besser den Archos 6000 zulegen, da man diesen als ganz normales Festplattenlaufwerk ansprechen kann und so ganz andere Möglichkeite der Dateiübertragung hat (Kopieren ganzer Verzeichnisbäume). Ausserdem überträgt der Archos Dateien um einiges schneller.

Neben dem PlayCenter liegt dem Paket noch der Lava Player bei. Ein reiner MP3 Player mit netten Bildschirmanimationen, aber kein echter Mehrwert.

 

Alle Pavarotti and Friends (347 MB)

15 Minuten 5 Sekunden

The Art of Noise (50,7 MB)

2 Minuten 15 Sekunden

Die Hardware

Der Player selbst ist ordentlich verarbeitet. Die Knöpfe auf der Frontseite des Players haben einen klar definierten Druckpunkt. Neben den üblichen Bedienelementen gibt es einen Lock-Schieber auf der linken Seite, mit dem man alle Bedienelemente (leider auch den Lautstärkeregler) sperren kann. Die Sperre wird im Display nicht angezeigt, aber man bekommt einen Hinweis, wenn man versucht, während der Sperre einen Knopf zu drücken.

Das Display ist hintergrundbeleuchtet mit einer konfigurierbaren Abschaltzeit. Neben dem Kopfhörerausgang hat das Gerät 2 Line Out-Buchsen, eine Line In-Buchse und ein Infrarotauge an der Frontseite. Leider ist dieses IR Auge  derzeit noch nicht nutzbar. Creative hat seit längerem eine IR Fernbedienung für das Gerät angekündigt. Angeblich soll diese registrierten Kunden sogar kostenlos nachgeliefert werden. Konkrete Aussagen zum Erscheinungstermin dieser Fernbedienung und zur Frage der Kosten sind aber von Creative derzeit nicht zu bekommen. Vielleicht heben Sie es sich ja als Cebit Überraschung auf ?

Da ich den Player mehr stationär nutze, wäre mir eine IR FB sehr recht. Es gibt in den Newsgroups aber auch immer wieder Stimmen, die statt der IR lieber eine Kabelfernbedienung wünschen. Wenn man die Jukebox eher als portablen Player nutzt sicher auch nachvollziehbar.

Die Firmware des Players ist flashbar, und auf der Creative Website werden regelmäßig Updates zur Verfügung gestellt.

Die Bedienung

Der Player braucht, je nach Füllstand der Festplatte, bis zu 35 Sekunden zum Hochfahren. Danach präsentiert er dem Benutzer in einem 7 zeiligen Display die Active Queue List, in der die aktuell abzuspielenden Titel angezeigt werden. Man kann diese Titelauswahl bearbeiten und erweitern, während der Player spielt. Auch das Menue für die umfangreichen Einstellmöglichkeiten ist im Play Modus gut erreichbar. Der Player reagiert dann zwar manchmal etwas träge, aber es ist sicher auch wünschenswert, wenn der Großteil der Rechenzeit weiterhin dem Abspielvorgang zur Verfügung steht.

Das Gerät hat keine Probleme mit der Anzeige deutscher Umlaute, was bei Creative Playern leider nicht selbstverständlich ist. Das Display hat einen ausreichenden Kontrast und ist in allen Situationen ablesbar. Ich habe allerdings auch schon bessere LCD Displays gesehen.

Die 4 wechselbaren NiMH Akkus ermöglichen eine Laufzeit von 4 Stunden 15 Minuten. Dieser Wert wurde mit den 1800 mAH GP Akkus in einem Rundown Test ermittelt. Dieser, im Vergleich zum Archos und der PJB-100, relativ schlechte Wert ist sicher durch den Umstand zu erklären, dass die Platte des D.A.P. permanent läuft, während der Archos die Platte nur alle 2 Minuten zum Nachladen von Musik hochfährt, die PJB sogar nur alle 8 Minuten. Diese Werte beziehen sich auf 128kbps MP3s und können bei abweichenden Bitraten sicher nochmal variieren.

Korrektur 26.02.01: Durch eine Hinweis von Damian Pfister bin ich darauf aufmerksam geworden, daß auch die D.A.P. Jukebox die Festplatte abschaltet. Bei meinen ersten Tests war das Gerät wohl noch auf einem veralteten Firmware Stand. Ich konnte die Beschreibung von Damian gut nachvollziehen, das Gerät schaltet i.d.R. kurz vor dem nächsten Stück die Platte wieder ein. Nur bei extrem langen oder hochwertig encodierten Stücken muss der Player in das RAM nachladen bevor das Ende des Stücles erreicht wurde. Umso unverständlicher ist mir jetzt allerdings die Laufzeit. Der Rundown Test wurde bereits mit einer aktuellen Firmware Version durchgeführt.

Die Organisation der Files erfolgt beim D.A.P. immer nach den ID3 Tags. Man kann dann über die Library des Players nach diversen Kathegorien die Musik auswählen und in der aktiven Playlist ablegen.

Mit der Forward Taste ist seit kurzen auch ein schneller Vorlauf möglich. Eines der vielen Features die Creative per Firmware Update nachgeschoben hat.

Der Hörtest

Alle Hörtests wurden mit einem Koss PortaPro Kopfhörer durchgeführt.

Die D.A.P. Jukebox hat sehr viele Möglichkeiten über sogenannte EAX Settings den Klang der Musik zu verändern, so kann man den Raumklang eines Auditoriums oder den eines Konzertsaales simulieren. Meine persönliche Meinung dazu: Viel Schnickschnack den man nicht wirklich braucht. Im direkten Vergleich mit dem Archos und dem Rio 500 schneidet die Jukebox nicht so gut ab. Der Sound ist ok, aber er könnte direkter sein. Am besten klingt er für mein Empfinden noch wenn man den Equalizer auf bypass stellt und alle Kopfhörer Einstellungen auf normal.

Der Archos klingt dabei viel lebendiger als die Jukebox. Ich betreibe die Jukebox daher meist als stationäre Jukebox. Hier kann der Player seine Stärken ausspielen. Wenn es denn dann noch die angekündigte IR Fernbedienung geben wird...

Mac OS Kompatibilität

Nein. leider habe ich selbst noch keinen Mac, aber Jobst war so freundlich diese Informationen beizusteuern:

Der Creative ist einer der wenigen Player die auch unter Mac OS voll unterstützt werden. Man startet einfachg iTunes, verbindet die Creative Jukebox mit dem Mac und schon taucht die Jukebox als eigenes Sounddevice auf.

Im obigen Screenshot ist das Device leider nicht benannt. Man kann das Device aber auch benennen und sogar EAX Einstellungen verändern. Das Erstellen von Playlisten ist möglich sowie der Up- und Download vom MP3 Files per Drag and Drop.

Für all das sind keine zusätzlichen Treiber erforderlich, der Support des Creative ist unter Mac OS/X und 9 bereits mit eingebaut.

 

Last Modified: 29.12.2002 by Heimi