MPIO DMG 128

Einleitung

In Fernost gehören sie zu den meist verkauften Flash Playern. Große Firmen wie Samsung lassen Ihre MP3 Player dort entwickeln. Aber man kann sie auch als Original kaufen: Die MPIO Baureihe von Digitalway Co. Ltd. in Korea. Als ich beschloss, mir so einen Player mal genauer anzusehen, gab es in Deustchland leider noch keine Bezugsquelle für dieses Gerät. So habe ich meinen ersten MPIO noch direkt in Fernost bei MPWIZ bestellt.

Das Gerät

Die Lieferung erfolgte prompt, und das Gerät war trotz Zoll und MwSt. noch sehr preiswert. Der Service von MPWIZ ist wirklich gut. Wer auf die deutsche Garantie verzichten will, dem kann ich MPWIZ uneingeschränkt als Bezugsquelle empfehlen. Wer mehr Wert auf eine 2 jährige Garantie legt, kann die MPIO Geräte aber auch hier in Deutschland bei Digibeats bestellen. Auch dort habe ich mittlerweile einen MPIO DMB gekauft. Man wird ausgezeichnet bedient und hat den Vorteil, dass man sich 2 Jahre beruhigt zurücklehnen kann.

Bei dem getesteten Gerät handelt es sich um die 128 MB Version des MPIO DMG. Es gibt den Player auch noch in einer 64 MB Version. MPIO bietet aber auch andere Geräte, wie den noch kleineren DMK an.

Der Lieferumfang

In einer unspektakulären Pappbox befindet sich der Player, ein paar einfache Stöpsel- Kopfhörer, ein Standard-Mini USB Kabel, eine AA Batterie, die Software zum Bespielen des Gerätes sowie eine einfache Schutzhülle.Der Lieferumfang

Die Hülle ist mehr ein Alibi-Zubehörteil. Es handelt sich einfach um einen Beutel mit einer Kordel am oberen Ende. Auch Sony liefert ja in letzter Zeit häufig diese Art von "Tasche" mit Ihren MD Playern und Walkman aus. Eine Unsitte, da man das Gerät in der Tasche nicht wirklich bedienen kann. Das Teil fliegt nach dem obligatorischen Gruppenbild mit Zubehör sofort in die Ecke und wird durch eine solide Neopren-Tasche mit Reissverschluss und Gürtellasche ersetzt.

Die Kopfhörer wanderten nach einer kurzen Sichtprüfung in die Ecke. Ich habe mir mittlerweile abgewöhnt jeden Billig-Zubehör-Kopfhörer zu testen. In der Regel schöpfen die Stöpsel aus dem Standard - Lieferumfang die Fähigkeiten eines guten Gerätes nicht aus. Daher erfolgen alle Hörtests mit Koss- und Sony-Kopfhörern.

Die Hardware

Der Player selbst ist angenehm klein und leicht. Durch die quadratische Form mit den gummierten Ecken liegt er gut in der Hand. Er ist komplett aus Plastik gefertigt. Klein und knuffigDie Verarbeitung ist recht sauber, aber der Player wirkt durch das Material dennoch eher billig. Die Bedienelemente sind an der oberen und an der rechten Kante des Player's angeordnet. An der linken Seite befindet sich der USB-Port, der durch eine transparente Gummilasche geschützt ist. Außerdem ein Erweiterungssteckplatz für ein optionales Kameramodul sowie der SmartMedia-Erweiterungssteckplatz. Die SmartMedia-Karte verschwindet bündig im Gerät und kann durch einen Schiebeschalter auf der Rückseite ausgeworfen werden.

Es können SmartMedia Karten bis 128 MB Größe verwendet werden.

Alle Tasten können durch einen Hold-Schalter gegen unbeabsichtigte Bedienung gesperrt werden. An der rechten Seite befindet sich als zentrales Bedienelement eine Art Joystick. Damit kann man Vor- oder Zurückspulen, nach vorn oder nach hinten springen und durch Druck auf den Joystick in das Einstellungsmenue verzweigen.Rechte Seite Schon nach kurzer Eingewöhnung kann man das Gerät mit dem Joystick sehr schnell und intuitiv bedienen.

Das Menue ist sehr übersichtlich aufgebaut und in den Sprachen Englisch, Koreanisch, Japanisch, Chinesisch, Deutsch, Französisch und Spanisch verfügbar. Die Übersetzungen sind relativ gut gelungen, mit den Umlauten klappt es allerdings noch nicht überall so gut. Ein Problem das im übrigen auch in der PC Software besteht.

Auf der Frontseite des Gerätes befindet sich das ausgezeichnete Display. Es besitzt eine sehr schöne blaue Hintergrundbeleuchtung und stellt auf drei Testzeilen und zwei zusätzlichen Symbolzeilen alles Wissenswerte über den Betriebszustand des Gerätes dar. Die Anzeige der Akku-/Batteriekapazität ist dabei allerdings nur bedingt zu gebrauchen, da der Batteriezustand immer etwas optimistisch angezeigt wird. Ich muss allerdings zur Ehrenrettung von Digitalriver zugeben, dass ich den Player nur mit NiMH Akkus betrieben habe.Oben

Somit kann ich zum Verhalten bei Batteriebetrieb auch keine Aussagen machen.

An der rechten oberen Ecke befindet sich außerdem das Mikrofon, mit dem sich recht gute Sprachaufzeichnungen im PCM Format erstellen lassen. Hier hat sein Bruder, der MPIO DMB mit einer direkten MP3 Encodierung der Sprachaufzeichnung allerdings klar die Nase vorn.

Das Gerät wird mit einer Mignon (AA) Zelle betrieben. Nach Herstellerangaben läuft das Gerät bis zu 20 Stunden mit einer Alkali-Zelle. Leider habe ich mit den von mir verwendeten Akkus keine exakten Zeitmessungen vorgenommen, denn das wäre bei einer Laufzeit von über 10 Stunden auch ein ziemlich langwieriges Verfahren.Linke Seite Ich kann aber sagen, dass das Gerät mit Akkus deutlich über 10 Stunden kommt und subjektiv die längste Spieldauer unter den mir bekannten MP3 Spielern aufweist.

Leider verfügt das Gerät nicht über einen Gürtelclip. Ein echtes Manko, da sich der DMG aufgrund seiner Größe und seines niedrigen Gewichtes als Sportbegleiter anbietet. Ich finde, da sollte Digitalriver sich mal ein Herz nehmen und beim nächsten Facelift (es steht eines an, bei dem man eine Kabelfernbedienung, ähnlich der des MPIO-DMB anbieten will) nachbessern.

Die Datenübertragung

Wie bei den meisten Geräten dieser Klasse erfolgt auch beim MPIO DMG die Übertragung der Daten per USB 1.1.SM Card Slot Das Gerät wird aber nicht als Standard USB Speichermedium eingebunden, sondern kann nur mit einer proprietären Software, dem MPIO Manager (oder der Alternativ Software) angesprochen werden.

Das Gerät wird dabei gut erkannt, und der Upload der Stücke geht sehr flott vonstatten. Eine externe SmartMedia Speicherkarte wird dabei nur unwesentlich langsamer beschrieben als der interne Speicher.

Schöner wäre es natürlich, wenn man das Gerät auch direkt über den Explorer ansprechen könnte, aber durch die Verwendung einer speziellen Software, kann man natürlich auch ein paar Schwächen des Explorer Interfaces (wie z.B. Sortierungen) umgehen.

Die Software die zum Upload verwendet werden muss, ist allerdings eine Zumutung. Das Fenster der Anwendung ist nicht resizable und das Programm hat erhebliche Probleme beim Umgang mit Umlauten.

1 MB (errechneter Mittelwert aus mehreren Übertragungen)

intern

1,81 Sekunden

1 MB (errechneter Mittelwert aus mehreren Übertragungen)

SM

1,91 Sekunden

The Art of Noise (50,7 MB)

intern

1 Minute 33 Sekunden

The Art of Noise (50,7 MB)

SM

1 Minute 37 Sekunden

Alle hier gezeigten Werte basieren auf dem aktuellen Firmwarestand 12.15.

Software und Klang

Die Software, die dem Player beiliegt, bietet leider nur sehr wenig Komfort und hat überdies noch erhebliche Probleme mit deutschen Umlauten. Obwohl unten rechts eine schraffierte Fläche andeutet, man könne das Fenster hier vergrößern, kann man leider gar nichts an der Größe oder Anordnung der Fenster ändern. Zum Glück ist man aber nicht auf diese Software angewiesen.

Die Originalsoftware

Wie bei vielen schlechten Lösungen zum Bespielen der sehr guten Hardware (siehe Rio500 und PJB100), hat sich mittlerweile ein findiger Programmierer gefunden, der eine bessere Lösung entwickelt hat und diese obendrein auch noch als Freeware zur Verfügung stellt. Ein Link auf die Alternativsoftware findet sich entweder auf der ausgezeichneten MPIO DMG Usersite oder direkt hier.

Die Alternative

Mit dieser Software macht es fast schon Spaß den kleinen MPIO mit Musik zu füttern. Das Freeware-Programm setzt auf einer Original MPIO DLL auf. Man muss also in jedem Fall zunächst die Originalsoftware installieren.

Die Firmware des MPIO DMG ist flashbar. Übrigens das einzige Gerät von Digitalriver, dessen Firmware updatefähig ist ! Der DMB Plus und der DMK bieten diese Möglichkeit leider nicht.

Nach dem Kauf sollte man die Firmware auch unbedingt auf den neuesten Stand bringen. Das von mir getestete Gerät war noch mit einer relativ alten Firmware bestückt, die z.B. noch kein Resume unterstützte. Der bequemste Weg zu einem neuen Release führt ebenfalls über die MPIO DMG Usersite. Hier findet man neben guten Tipps und einer ausführlichen FAQ auch immer die neueste Software.Eigentlich heisst er Günter Grass

Die interne Software des Gerätes ist sehr übersichtlich und intuitiv zu bedienen. Alle Funktionen lassen sich über den Joystick auf der rechten Gehäuseseite bequem steuern. Das Gerät unterstützt sekundengenaues Resume, was bei häufigem Hörbuchkonsum eine unverzichtbare Funktion ist.

Der eingebaute Equalizer hat 5 vordefinierte Einstellungen (Normal, Pop, Rock, Classic und 3D Sound) und eine user-definierte Stufe auf der sich Höhen und Bässe in 10 Stufen anheben lassen.

Einzig der Preset "3D Sound" klingt etwas künstlich. Ansonsten hat das Gerät einen sehr guten, natürlichen Klang. Die Lautstärke ist ebenfalls gut. Man hat hier also trotz der phänomenalen Akkulaufzeit nicht am falschen Ende gespart.

Neben der Sprachaufzeichnung ist als weiterer Gimmik ein Memopad eingebaut. Man kann über den MPIO Manager kurze Memos in das Gerät übertragen, die man dann auf dem Bildschirm wieder abrufen kann.

Fazit

Einer der besten Flash Player am Markt. Guter Formfaktor, solide verarbeitet und mit upgradefähiger Firmware versehen. Dazu die ausgezeichnete Akkulaufzeit und ein sehr gutes Display. Wem dieser Player nicht gefällt, der sucht nicht nach einem Flash-Player für den Sport, sondern tendiert mehr zu einem HDD oder CD Player.

Schön, dass man dieses Gerät jetzt auch in Deutschland bekommt, denn es ist nicht jedermann's Sache ein Gerät in Fernost zu bestellen. Bis auf die kleinen Probleme bei Umlauten und dem fehlenden Gürtelclip, hat mich das Gerät total begeistert.

Pro

Contra

Geringes Gewicht / Guter Formfaktor

Schlechte Upload Software

Lange Akku/Batterielaufzeiten

Umlaute werden falsch angezeigt (Upload Software und Gerät)

Resume (sekundengenau)

Kein Gürtelclip

Firmware upgradefähig

Sprachaufzeichnung (PCM)

128 + 128 MB Speicher

Last Modified: 29.12.2002 by Heimi