MPIO DMB Plus

Einleitung

Der grosse Bruder des MPIO DMG bietet neben einer guten Verarbeitung, einem eingebauten FM Stereo Radio und einer sehr gelungenen Kabelfernbedienung auch noch die Möglichkeit in Echtzeit Radio-, Line-In oder Mikrofonaufnahmen zu machen.

Eine ganze Menge an Features hat Digitalriver da in so ein kleines MP3 Gerät eingebaut. Ob es ihnen gut gelungen ist, soll wie immer ein ausgedehnter Langzeittest zeigen.

Das Gerät habe ich diesmal bei den Jungs von Digibeats bestellt; das hat neben einer schnellen Lieferung auch noch den Vorteil, dass man 2 Jahre deutsche Garantie geniesst. Digibeats liefert das Gerät schnell zu einem fairen Preis gegen Vorkasse oder Nachnahme.

Der Lieferumfang

Wie der kleinere DMG, kommt auch der DMB in einer kompakten Pappbox. Neben dem Player selbst enthält sie die elegante Kabelfernbedienung, ein paar einfache Ohrstöpsel, die ich nicht weiter beachtet habe, ein Standard-Mini USB Kabel, eine AA Batterie, eine - mittlerweile verbesserte - Software zum Bespielen des Gerätes und eine weiche Tasche für den Transport des Gerätes.

Im Gegensatz zum DMG, den ich direkt in Fernost geordert hatte, befand sich in der Lieferung von Digibeats eine sehr gute mehrsprachige Bedienungsanleitung. Durch die umfangreichen Funktionen im Aufnahmebereich muss man da auch tatsächlich mal reinschauen. Alle Funktionen sind darin übersichtlich dargestellt.

Ich will diesmal nicht über die billige Hülle oder die einfachen Ohrenstöpsel meckern. Ihr kennt das ja vielleicht schon von meinen anderen Testberichten. Gerade wenn man den Player oft mit sich herumträgt, sollte man sich eine bessere Tasche zulegen. Ich verwende meist einfache Neopren Taschen, die es in jedem besseren Elektronik Markt gibt (z.B. von Vivanco).

Auch bei den Kopfhörern sollte man sich etwas besseres gönnen. Ich empfehle hier gerne den Sony MDR-EX70LP (38 EUR bei Amazon), wenn man Ohrstöpsel verwenden will, oder den SONY MDR-G72LP, wenn man einen Nackenbügelkopfhörer sucht, sowie den KOSS Porta Pro, wenn man einfach den besten haben will.

Die Hardware

Der Player selbst ist gut verarbeitet. Neben dem Abgebildeten in silber, gibt es ihn auch noch in blau. Das Display ist wie beim DMG sehr gut ablesbar und mit einer cool-blauen Hintergrundbeleuchtung versehen. Der laufende Song wird in einer gut lesbaren Laufschrift angezeigt. Darunter sieht man die verwendete Bitrate und eine Zeitanzeige mit der abgelaufenen Spieldauer pro Stück.

Über den zentralen Stick auf der Vorderseite werden alle wichtigen Funktionen gesteuert. Mit einem Druck auf den Knopf schaltet man den Player ein, mit einem weiteren Druck startet man das erste Stück. Nach oben oder unten kann man die Lautstärke steuern. Durch einen Druck nach rechts oder links kann man ein Stück vor oder zurückspulen oder im laufenden Stück spulen. Wenn der Player nichts abspielt, kann man mit dem zentralen Stick die Stücke langsam (+/- immer ein Stück vor oder zurück) oder schnell (vor/zurück immer eine Seite vor oder zurück) durchblättern.

Auf der Oberseite des Players befindet sich noch das sehr gute Mikrofon des DMB. Damit lassen sich qualitativ hochwertige Sprachaufnahmen im MP3 Format machen.

Alle restlichen Bedienelemente befinden sich auf der rechten Seite des Players. Hier werden Funktionen wie Equalizer, Playmode und Button Lock eingestellt. Über den Mode-Knopf kann man zwischen den Funktionen MP3 Player, FM Radio, Sprachaufnahmen und dem Delete Modus wählen.

Durch den Hold Schalter sperrt man den Player gegen versehentliches Einschalten oder gegen einen unbeabsichtigten Tastendruck während er läuft. Der Hold- Schalter in der Fernbedienung arbeitet, wie bei den meisten Geräten, unabhängig vom Hold-Schalter des Gerätes.

Auf der linken Seite befinden sich die beiden Eingänge. Links ist der USB Port, rechts Line In.

Beide Ports sind durch stabile Gummilaschen gegen Verschmutzung geschützt. Die Gummilaschen machen einen soliden Eindruck, auch wenn sie etwas störrisch sind, wenn man sie nach Gebrauch wieder schliessen will.

Das Gerät hat einen eingebauten Flash Speicher von 128MB. Es gibt auch eine kleinere Variante mit 64 MB, die dann entsprechend günstiger ist. Er kann optional noch mit einer Smart Media Card auf maximal 256 MB erweitert werden. Durch den Umstieg einiger Kamerahersteller auf die neue xDcard ist die Weiterentwicklung dieser Kartenart leider mehr als fraglich geworden.

Aber noch sind sie ja verfügbar. Da die Firmware des Players nicht upgradefähig ist, wird man sowieso keine größeren Karten in dem Gerät einsetzen können, da bei SM Karten der Controller immer im Gerät und nicht in der Karte sitzt. Daher ist man mit den verfügbaren Karten auch gut bedient.

Im laufenden Betrieb werden interner Speicher und externe Karte ohne merkliche Unterbrechung nacheinander abgespielt.

Die Datenübertragung

Der DMB überträgt die Daten, wie sein kleiner Bruder DMG, über ein Standard Mini USB Kabel und eine USB 1.1 Schnittstelle. Leider erreicht der DMB lange nicht die flotten Übertragungsraten des DMG. Da ich die PC Hardware zwischen den beiden Testberichten gewechselt hatte, habe ich den Upload Test auch nochmal mit dem DMG wiederholt, kam aber auf dieselben Werte, wie beim ersten Test.

Alle Werte wurden auf einem Pentium 4 System mit 512 MB RAM und XP Home ermittelt.

1 MB (errechneter Mittelwert aus mehreren Übertragungen)

intern

2,86 Sekunden

1 MB (errechneter Mittelwert aus mehreren Übertragungen)

SM

3,33 Sekunden

The Art of Noise (50,7 MB)

intern

2 Minute 25 Sekunden

The Art of Noise (50,7 MB)

SM

2 Minute 49 Sekunden

Erstaunlicherweise war die Datenübertragung über den original MPIO Manager etwas schneller als über die komfortablere FPIO Software, die ich mittlerweile als vollständigen Ersatz der MPIO Software verwende.

Batterielaufzeiten

Leider erreicht der DMB die angegebenen 13h Batterielaufzeit nicht. Er hält mit einem AA NiMH Akku (1800 mAh) 7 h durch. Ein passabler Wert.

Software und Klang

In Sachen Software und Funktionsumfang kann der DMB dann gegenüber dem DMG wieder punkten. Die Grundfunktionen des Players sind sehr logisch aufgebaut. Es gibt im Gegensatz zum DMG kein Einstellungsmenue. Alle Funktionen werden über die kleinen Steuertasten auf der rechten Seite des Players angesteuert. Dabei sind die Tasten zum Teil doppelt belegt und verhalten sich je nach Betriebsart (Abspielen oder Aufnahme) unterschiedlich.

Obwohl die Doppelbelegung manchmal etwas verwirrend ist, kommt man nach einer Weile doch ganz gut damit zurecht.

Die Firmware des DMB Plus ist im Gegensatz zum DMG leider nicht updatefähig. In dieser Preisklasse ein unverzeihliches Manko ! So bleibt der Weg zu anderen Codecs oder Verbesserungen in der Firmware versperrt.

Mit seinen umfangreichen MP3 Encoding Fähigkeiten macht der DMB aber gleich wieder Boden gut.

Das sehr gute eingebaute Mikrofon ermöglicht Sprachaufzeichnungen, die direkt in 32kbps MP3 Format aufgezeichnet werden. Die erreichte Qualität ist dabei recht beeindruckend, selbst Hintergrundgeräusche sind noch klar zu hören.

Während das Radio läuft kann man durch einen Druck auf den Aufnahme Knopf das laufende Radioprogramm aufzeichnen. Auch hier findet eine Real-Time MP3 Encodierung statt. Das Radioprogramm wird in 64 kbps aufgezeichnet. Auch hier ist die Qualität recht gut, hängt aber natürlich auch immer von der Empfangsqualität des Radios ab. Der Empfang eines kleinen portablen Radios ist naturgemäss nicht überragend.

Last not least sind auch Line In-Aufnahmen über das mitgelieferte Klinkensteckerkabel möglich. Dabei wird eine Bitrate von 128 kbps verwendet. Dieses Feature betrachte ich aber eher als Spielerei. Jeder, der sich ein solches Gerät kauft, wird auch einen PC zur Verfügung haben und wahrscheinlich vorziehen seine MP3-Aufnahmen am PC zu erstellen, wo es auch möglich ist, ID3 Tags per CDDB zu ermitteln und eine höhere Bitrate zu verwenden.

Obwohl die Upload Software mittlerweile etwas verbessert wurde, ist Sie immer noch weit davon entfernt benutzbar zu sein. Abgesehen von der Unart nicht resizeable zu sein, hat Sie auch erhebliche Probleme mit deutschen Umlauten. Der Versuch ein solches Stück auf den Player zu überspielen wird mit einer Fehlermeldung abgewiesen.

Zum Glück lässt sich auch der DMB mit der alternativen Upload Software FPio füllen. FPio, das mittlerweile einige Verbesserungen erfahren hat, bekommt man über die MPIO DMG Usersite oder direkt hier.

Der Upload desselben Stücks über FPio gelingt, wie man sieht, problemlos. Am Player selbst wird das Stück dann allerdings mit kryptischen Symbolen an Stelle der Umlaute dargestellt, aber immerhin ist es abspielbar. Was wollen wir mehr.

Fazit

Einer der besseren Flash Player am Markt. Die Bedienung ist logisch und es gibt keine Fehler in der Software des Gerätes selbst. Der Formfaktor ist für den Funktionsumfang angemessen, das Display ist wie das des DMG hervorragend. Leider ist die Firmware nicht updatefähig.

Durch die zahlreichen Aufnahmefunktionen kann der Player punkten. Neben Standard AA Batterien werden auch NiMH Akkus unterstützt. Das USB Kabel hat Standard Format und kann bei Verlust leicht ausgetauscht werden.

Pro Contra
Kabelfernbedienung Schlechte Upload Software
Lange Akku / Batterielaufzeiten Umlaute werden falsch angezeigt (Upload Software und Gerät)
Resume (Anfang des letzten Titels) Kein Gürtelclip
Sprachaufzeichnung (MP3 32kbps) Firmware nicht upgradefähig
128 + 128 MB Speicher maximal  
Akkutauglich (7 h Laufzeit im Akku Run-Down-Test)  

 

 

 

Last Modified: 29.12.2002 by Heimi