Der perfekte Flash MP3 Player ?

Einleitung

Der IRiver IFP 190T ist schon eine ganze Weile im Netz zu bestaunen. Leider hat es dann sehr Weile gedauert, bis erste Geräte tatsächlich auch in Deutschland lieferbar waren.

Mittlerweile bekommt man die ganze Palette der IFP1xx Reihe aber in jedem gut sortierten Saturn/Media Markt und natürlich auch im Web.

Ich habe seit ein paar Monaten einen 190T im Einsatz und kann schon an dieser Stelle verraten: Er ist mein derzeitiger Favorit im Flash Player Sektor. Die Kombination aus ausgereifter Hardware, sehr guter Firmware und einer beeindruckend langen Akkulaufzeit haben mich absolut überzeugt. Vor allem beim Joggen ist das Gerät schon seit längerer Zeit mein Begleiter. Aber der Reihe nach.

Die Firma MP3-Store war so freundlich mir ein Testgerät zur Verfügung zu stellen.

Der Lieferumfang

Der Lieferumfang der IFP1xx Reihe ist eher sparsam. Neben dem Player und einer passenden AA Alkali Zelle befindet sich nur noch eine Treiber CD, ein recht ordentliche Sennheiser Kopfhörer MX300, das USB Verbindungskabel und eine Kordel im Lieferumfang. Die Kordel hat einen Schnappverschluss, damit kann man das Band schnell entfernen, wenn man den Player mal nicht lifestilemässig am Hals baumeln lassen will ;-)

IRiver bietet als optionales Zubehör eine sehr schöne Oberarmtasche an, diese ist aber hier in Deutschland so gut wie gar nicht zu bekommen. Das finde ich sehr schade, denn das ist einer der wenigen Schwachpunkte bei dem Gerät. Durch seinen kleinen und auch ungewöhnlichen Formfaktor ist es so gut wie unmöglich eine Tasche von einem Drittanbieter zu finden. So stellt sich speziell beim Sporteinsatz des Gerätes schnell die Frage: Wohin mit dem Player.

Die Hardware

Der IFP wird je nach Speicherausbau in unterschiedlichen Gehäusefarben angeboten. Die silberne Variante hat 128 MB internen Speicher, die getestete 256 MB Version hat einen perlmuttfarbenen Korpus und die High End Variante mit 512 MB kommt in einem eleganten Antrazit daher. Es gibt auch noch eine 64 MB Version des Players, aber angesichts der Tatsache, dass das Gerät keine Speichererweiterung unterstützt, sollte man schon mindestens in eine Speichergröße von 128 MB investieren.

Bei allen Varianten ist der Player aus hochwertigen Kunststoff gefertigt.

An der Verarbeitung gibt es nicht auszusetzen. Alle Bedienelemente haben einen klar definierten Druckpunkt, das Batteriefach macht einen soliden Eindruck und der Player hat ein insgesamt durchdachtes Bedienkonzept. Man merkt hier deutlich, dass IRiver schon eine ganze Weile MP3 Geräte baut.

An der Oberseite des IFP befindet sich der gut geschützte USB Port durch den die Daten sehr flott auf den internen Speicher befördert werden. Ausserdem das Mikrofon mit dem man in recht ordentlicher Qualität Sprachaufnahmen machen kann.

Auf der Rückseite (soweit man bei der Dreiecksform des Gerätes von einer solchen überhaupt sprechen kann) befindet sich der Lock Schalter der alle Tasten sperrt.

Auf der Oberseite befinden sich die 3 Hauptbedientasten, die man nach kurzer Eingewöhnungszeit sehr intuitiv bedienen kann ohne jemals in das Handbuch gesehen zu haben.

Das Display hat eine grüne Hintergrundbeleuchtung, ist gut ablesbar und stellt auf relativ kleinem Raum eine Menge Informationen sehr übersichtlich dar.

Neben der Möglichkeit MP3 oder WMA auf dem Player zu hören, hat IRiver auch noch ein brauchbares UKW eingebaut. Die Qualität des Radios ist ganz gut. Im Grunde ist ein Radio in einem portablen Player aber immer nur eine Notlösung, ich habe noch kein Gerät getestet, bei dem mich das Radio restlos überzeugt hätte. Aber wenn die Musik zuende ist ist es manchmal ein willkommener Notnagel. Man kann vom Radio auch direkt Aufnehmen.

Die Datenübertragung

Der Download auf den Player erfolgt über eine USB 1.1 Verbindung. Das Kabel ist ein Standard Mini USB Kabel dass man sicher bei Verlust leicht ersetzen kann.

Beim Anschlus des Gerätes am PC wird ein spezieller Treiber installiert. Leider setzt IRiver hier nicht auf die Nutzung als Standard Massenspeichergerät. Daten und Musik lassen sich mit der vorinstallierten Firmware nur über den IRiver Manager auf das Gerät übertragen. Das hat zwar den Vorteil, dass man ein zentrales Programm zur Verfügung hat, dass neben dem Musik Upload auch noch die Firmware aktualisieren kann, aber erfahrenere PC Benutzer die den IRiver auch als Datenträger nutzen wollen, sind gezwungen immer auf allen betroffenen PCS den Treiber und den IRiver Manager zu installieren.

IRiver wäre aber nicht IRiver, wenn Sie diesen Nachteil nicht schon erkannt und eine Lösung dafür entwickelt hätten. So gibt es seit kurzem den sogenannten UMS Update für alle IFPxxx Geräte. Damit mutiert der IRiver zu einem echten Massenspeichergerät, das man bequem aus dem Windows Explorer heraus bedienen kann.

Aber auch mit der derzeit vorinstallierten Firmware geht der Upload von Musik sehr komfortabel und vor allem flott vonstatten. Dabei zeigt sich, dass das propritäre Protokoll über den IRiver Manager auch Vorteile hat: Es ist nämlich deutlich schneller als das UMS Protokoll. Detailierte Messungen stehen in der folgenden Tabelle.

The Art of Noise (50,7 MB)

proprietäres Protokoll

1 Minute 17 Sekunden

The Art of Noise (50,7 MB)

USB Mass Storage

2 Minuten 21 Sekunden

Batterielaufzeiten

IRiver wirbt bei seiner IFP Reihe mit Batterielaufzeiten bis zu 20 Stunden. Mit einem guten NiMH Akku erreiche ich in der Regel >16 Stunden Laufzeit. Ein sehr guter Wert, der zeigt was gute Ingenieure aus einer einzigen AA Zelle so herausholen können. Mit dieser Laufzeit setzt IRiver Maßstäbe im MP3 Sektor.

Bei der Anzeige der Restlaufzeit kann man im Menue wählen, ob man eine Alkali Zelle oder einen Akku verwendet. Leider hat diese Auswahl aber keine erkennbaren Auswirkungen auf die Anzeige. Sie zeigt schon nach wenigen Stunden an, dass die Zelle fast leer ist, bekrabbelt sich dann aber nach einer gewissen Zeit wieder und zeigt dann wieder 2 Balken Restlaufzeit. An dieser Implementierung sollte IRiver bei kommenden Geräten noch mal feilen.

Software und Klang

IRiver ist neben Pontis und Frontierlabs (Nex Serie) eine der wenigen Firmen bei denen Firmware-upgradeable auch bedeutet, dass in regelmäßigen Abständen eine neue Firmware Version erwscheint. Dabei ist IRiver hier die Firma mit den häufigsten Firmware Veröffentlichungen. Das soll aber nicht heissen, dass die Geräte so buggy sind, dass IRiver ständig gezwungen wäre nachzubessern. Im Gegenteil: die Firmware ist in der Regel schon bei Neuerscheiningen sehr stabil, wird dann aber kontinuierlich um weitere Funktionen erweitert.

Das relativ kleine Display stellt sehr übersichtlich die wichtigsten Informationen dar. Viele Anzeigeelemente sind noch in den Optionen anpassbar, so kann man z.B. wählen, ob man die verstrichene oder die Restzeit des Stückes sehen will. Auch der Fortschrittsbalken am unteren Rand der Anzeige kann den Fortgang in Prozent oder einen Equalizer oder den freien Speicher oder was den Entwicklern bald noch so einfällt anzeigen.

Das umfangreiche Optionsmenue hier in der Firmware Version 2.0. Die Einstellungen sind bei den mir bekannten IRiver Geräten alle sehr ähnlich. Sorry, das Display war etwas verschmutzt als ich die Aufnahmen gemacht habe.

Wichtig für Audiobook - Hörer wie mich: der IFP unterstützt echtes Resume ohne wenn und aber. Der IFP190 ist das erste Gerät bei dem ich nie eine Position im Buch verloren habe. Selbst bei niedrigen Akkustand schafft er es noch, die Position zu sichern.

Die Equalizer Einstellungen sind aus meiner Sicht Referenz im Segment der Flash Player. Neben den üblichen Presets gibt es eine freie Einstellmöglichkeit sowie seit der Firmware 2.0 zusätzlich ExtremeEQ sowie Extrem3D. Extreme3D ist aber sicher Geschmackssache da es die Töne recht deutlich verändert. Ich bin da eher Purist und nutze i.d.R. die Flat Einstellung. Aber bei schlecht encodiertem Material kann es schon recht hilfreich sein wenn man viele Korrekturmöglichkeiten hat.

Fazit

Größter Vorteil des IFP ist sicher seine Größe, sowie der sparsame Umgang mit Energie. Hier habe ich mal ein paar Geräte im direkten Größenvergleich. Nur der Panasonic macht noch eine bessere Figur wenn es um die reine Größe geht.

Der IPF ist aus meiner Sicht der ultimative Player wenn es vor allem um geringes Gewicht und eine ausgereifte Bedienung geht. Die Kompetenz der Firma IRiver wurde hier mal wieder unter Beweis gestellt. Das einzige was dem Gerät neben dem Preis noch ankreiden könnte, ist der fehlende Erweiterungsslot. Aber nur dadurch war es auch möglich, das Gerät so klein zu bauen. Auch die Akkulaufzeiten sind sicher leichter mit dem Verzicht auf externe Speicherkarten zu erreichen.

Mir hat es jedenfalls viel Spass gemacht den IRiver zu testen. In der Regel benutze ich die Testgeräte nur ein paar Wochen. Der IFP war da eine echte Ausnahme. Ich gebe ihn jetzt aber ab um mich einem neuen IRiver zuzuwenden, dem IFP390T, seinem Nachfolger. Wer Interesse an dem Testgerät hat möge mich kontaktieren.
Pro Contra
Gute Verarbeitung Relativ hoher Preis
Sehr leicht und klein Keine Tasche im Lieferumfang und auch als zubehörteil schwer zu bekommen.
Resume (sekundengenau) Keine Speichererweiterung über Wechselspeicher
Sprachaufzeichnung  
Sehr lange Laufzeiten auch mit Akkus  
Ausgereifte Firmware die lange gepflegt wird  
Als Datenträger nutzbar (nur mit Upload Software bzw. UMS Firmware)  

 

Last Modified: 10.12.2003 by Heimi