Einleitung

Das Warten hat sich gelohnt. Endlich sind zwei CD Player auf dem Markt die man als ausgereifte Produkte bezeichnen kann. Beide wurden von iRiver entwickelt und sind sich von daher sehr ähnlich. Der eine ist der RioVolt von SonicBlue, der andere ist der hier vorgestellte Soul von AVC.

Lieferumfang

Da das Gerät in Deutschland nicht erhältlich ist, habe ich in den U.S.A. einen Soul bestellt. Die Firma easybuy2000.com ist dabei so clever, und nimmt das Netzteil aus der Verpackung wenn es sich um eine Bestellung aus Europa handelt. Dafür werden 5 $ weniger berechnet. Der Lieferumfang , alles kompett, aber kein Stück SoftwareEine gute Idee, das Geld reicht dann schon fast für ein billiges Universalnetzteil. So befindet sich in der Verpackung neben dem eigentlichen Gerät nur noch die Bedienungsnanleitung, ein Werbezettel für eine (nicht beiliegende) Encoder Software und eine Neoprene Transporttasche. Die Tasche ist sehr praktisch, vor allem weil noch 2 CD Leerhüllen darin untergebracht sind. So hat man auf engstem Raum immer 3 CDs (eine liegt im Player) dabei.

Leider befindet sich keinerlei Software im Lieferumfang. Eine Encoder Software oder eine CD Brennersoftware wäre ja eine passende Beigabe. Als unzureichendes Feigenblett legt AVC einen Zettel mit der Webadresse der Media Jukebox dabei. Dort kann man dann kostenlos einen Encoder herunterladen - nur, das kann man auch wenn man sich vorher keinen AVC Soul gekauft hat.

Die Hardware

Das Gerät ist sauber verarbeitet und hat ein ansprechendes Äusseres. Obwohl man über Geschmack sicher streiten kann muss ich sagen, der Soul gefällt mir mit seiner Elfenbein- Schwarz- Kombination wesentlich besser als sein Konkurrent der RioVolt. Aber seht selbst.

Im Deckel des Players sitzen fast alle Bedienelemente. Die Anordnung ist etwas anders als beim RioVolt. Die Tasten haben einen ordentlichen Druckpunkt und der Player reagiert prompt auf jeden Tastendruck.

Sowohl am Player, als auch an der Kabelfernbedienung sitzt ein Hold Schalter. Die beiden Schalter sind voneinander unabhängig, d.h. es reicht nicht, den Player an der Kabelfernbedienung zu sperren, dann kann ein versehentlicher Druck auf die Tasten am Gerät zu unbeabsichtigten Reaktionen führen.

 

Der Player kommt erfreulicherweise mit 2 AA Batterien aus. Da keine Batterien dabei waren, habe ich ihn direkt mit 1700 mAh NiMH Akkus gefüttert. Die laufzeit war beeindruckend. Leider habe ich irgendwann den Überblick verloren, aber es war deutlich mehr als 10 Stunden. Leider ist die Klappe des Batteriefachs nicht so sauber gearbeitet, sie geht hin und wieder auf wenn man den Player in der Hand hält.

Das 2 zeilige Display ist gut ablesbar (die dritte Zeile mit den albernen Männchen vergessen wir mal besser) und hat eine gute Hintergrundbeleuchtung. Ich würde mir wünschen, dass man die Dauer der Beleuchtung wie beim Rio500 einstellen könnte, das Licht geht für meine Bedürfnisse ein bischen schnell wieder aus.Soul mit 2 NiMH Akkus: Laufzeit > 10 Stunden

Firmwareupgrade

Eine große Stärke des Soul ist sicher seine upgradefähige Software. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Tests war gerade die Version 1.02sp aktuell. Sie liegt nur knapp hinter der aktuellen Firmware des RioVolt. Der einzige Unterschied ist derzeit die beim Soul fehlende Resume Funktion, ein Mitarbeiter von AVC hat mir aber versichert, dass eine Version mit Resume bereits in der Planung ist.

Das aufspielen der Software ist sehr einfach: Eine CD RW mit dem ca 300k großen File gebrannt. In den Player legen und einschalten. Der Upgrade Prozess läuft dann von alleine durch und nach wenigen Minuten hat man einen neuen Firmwarestand.

Generell ist zum Firmware Unterschied zwischen RioVolt und AVC zu sagen: Die Jungs von Sonicblue sind mit Firmware Updates immer deutlich schneller auf dem Markt gewesen als AVC. Das liegt wohl daran, dass man die Original Firmware Releases von iRiver (dem Entwickler beider Player) weitestgehend unverändert in den Rio einspielen kann. AVC hat jedoch ein etwas abweichendes Hardware Design und muss so immer noch Anpassungen an der Firmware vornehmen. Bleibt abzuwarten, wie sich der Update der Firmware entwickelt. Rio/Diamond/Sonicblue hat eine lange Tradition in Firmware Updates. Sie verkaufen schon lange Geräte die per Software aktualisiert werden können. Für den Rio500 haben sie jetzt, nach ca. 2 Jahren das letzte Firmware Release zur Verfügung gestellt.

Die Software

Der Soul akzieptiert, wie in der Dokumentation beschrieben alle MP3 Varianten von 8 bis 320 kbps und VBR. Darüber hinaus spielt er auch klaglos WMA Files ab. Bei Rohlingen scheint er auch nicht wählerich zu sein, er nimmt alle Größen und schreckt auch vor CR RWs nicht zurück.

Eine tolle Sache ist auch die Navigation über den Navi Button. Während man navigiert, spielt der Player zunächst unbeeindruckt weiter, erst wenn man ein neues Stück ausgewähl hat, wird die Musik unterbrochen um zum neuen Stück zu wechseln. Der Wechsel zwischen 2 Stücken geht eher träge vonstatten. Über 2 Sekunden sind eine lange Zeit um ein neues Stück einzulesen. Hier sollte AVC nochmal an der Firmware tunen.

Ein erster Druck auf den Navi Button wechselt aus der Titelanzeige auf die Trackanzeige des aktuellen Ordners. Ein weiterer Druck wechselt dann einen Folder nach oben, also z.B. in die Alben Ansicht. Mit jedem weiteren Druck wechselt man wieder einen Ordner nach oben. Im obigen Foto seht Ihr das Root Verzeichnis meiner Musik CD.

Wenn man wieder in eine untere Ebene wecheln will, sucht man diese mit den Vor und Zurück Tasten aus und drückt dann auf Play um in den Ordner zu wechseln. Im zweiten Bild seht Ihr wieder die Track Ansicht. Wenn man auf der Track Ebene die Play Taste drückt spielt der Soul das angewählte Stück.

Die Bedienung des Players ist insgesamt sehr einfach. Man muss eigentlich nie ins Handbuch schauen wenn man ein wenig experimentierfreudig ist.

An Play Modi wird so ziemlich alles unterstützt was das Herz begehrt: Intro Scan, Shuffle, Repeat 1/dir/all. Darüber hinaus gibt es einige Equalizer Einstellungen die den Klang verändern. Mit hat Rock am besten gefallen. Flat klingt in der Tat etwas zu flach für meinen Geschmack.

Joggingtauglichkeit

Eine herbe Enttäuschung erlebte ich, als ich versuchte mit dem Player zu joggen. Obwohl das Gerät mit einem üppigen 120 Sekunden Schock Buffer ausgerüstet ist, skippt das Gerät eigentlich in einer Tour wenn man es zu heftigbewegt.

Man kann getrost sagen. Zum Joggen völlig ungeeignet. Selbst beim normalen Spazierengehen muss man darauf achten, dass das Gerät nicht beim Gehen leicht gegen den Körper schlägt, sonst ist es bald vorbei mit dem Musikgenuss.

Die Preset Einstellung für 10 oder 40 Sekunden ESP am Boden des Players bezieht sich nur auf Audio CDs.

Fazit

Insgesamt ein sehr gutes Gerät zum Preis von (umgerechnet) 400,- DM. Ich habe den Kauf nicht bereut. Die Gretchenfrage lautet eigentlich nur: Der Soul oder der Rio. Vielleicht kann ich das ja in einem direkten Vergleich mit dem RioVolt mal herausarbeiten.

Pro

Contra

Gute Klangqualität

Langsamer Titelwechsel

Ausgezeichnete Navigationsfunktionen

(Noch) Keine Resume Funktion

Schickes Design

Häufige Aussetzer im portablen Betrieb

Spielt alles was man ihm vorsetzt

Keinerlei Software im Lieferumfang

Upgradefähige Firmware

 

ID3 Tag Anzeige (scrollend)

 

Kabelfernbedienung

 

Funktionale Neoprentasche

 

 

Last Modified: 29.12.2002 by Heimi