Die ultimative Lˆsung zum Musikhˆren beim Joggen: MP3 Flash Player

Intention

Meinen ersten MP3 Player (Rio 500) habe ich mir gekauft, weil ich ein Ger‰t gesucht habe mit dem man Joggen kann und das dabei keine Aussetzer hat.

Ich war nach vielen Ausfl¸gen in die Welt der - angeblich - schocksicheren CD Spieler und MD Player nun endlich bei der ultimativen Jogginglˆsung angekommen. Mit der Zeit habe ich dann aus Interesse an dieser Technologie ein regelrechtes Hobby daraus gemacht und viele verschiedene MP3 Player ausprobiert. Aber wenn ich MP3 Musik oder Hˆrb¸cher hˆre, ist das immer noch haupts‰chlich beim Joggen.

Mittlerweile hˆre ich fast nur noch MP3 Hˆrb¸cher beim Joggen. Das vertreibt die Langeweile auf l‰ngeren Strecken (vor allem w‰hrend der Marathon-Vorbereitung). Bei Musik habe ich immer das Problem, dass ich schneller laufe, wenn die Musik schneller wird. Das ist bei Hˆrb¸chern nicht so. Im folgenden Artikel will ich versuchen, die aus meiner Sicht besten Lˆsungen f¸r das spezielle Einsatzgebiet Jogging vorzustellen.

 

Welches Ger‰te

Aus meiner Sicht taugen nur Flash Speicher basierte MP3 Spieler wirklich zum Joggen. Ich habe aber auch alle anderen Arten von MP3 Playern ausprobiert. HDD- (Festplatten-) basierte Ger‰te sind in der Regel zu schwer, um sie irgendwo am G¸rtel zu befestigen. Selbst wenn man sie in der Hand beh‰lt, habe ich bei einigen Modellen Aussetzer festgestellt.

Es gibt bis heute auch keinen CD basierten MP3 Player, der einen ausreichenden R¸ttelschutz besitzt, um einen Lauf zu ¸berstehen.

Den besten Flash-Jogger baut die Firma SonicBlue im Auftrag von Nike. Das Ger‰t wird unter dem Markennamen Nike psa[play120 bzw. 60 verkauft. Im Lieferumfang des 64 MB Flash Players ist ein sehr guter Oberarmgurt und eine Fernbedienung mit LCD Display enthalten. Damit sind wir gleich bei der optimalen Befestigung des Players, n‰mlich am Oberarm. Da wackelt nix, da schlackert nix an der H¸fte und obendrein ist der Kabelweg zum Ohr extrem kurz. K¸rzer geht es nur noch, wenn man sich das Ger‰t ans Stirnband klemmt, aber daf¸r m¸sste das Ger‰t schon extrem leicht sein.

Um den Player beim Laufen sicher bedienen zu kˆnnen, ist nat¸rlich eine externe Fernbedienung optimal. Am besten, wie hier mit einem LCD Display, dann kann man auch mal gezielt einen Track ansteuern.

Leider ist das Nike Ger‰t zwar optimal auf Sport ausgelegt, hat aber aus technischer Sicht drei grosse Nachteile: Der Player kann nur mit den - relativ teuren MMC Cards erweitert werden. Er hat eine extrem langsame USB Upload Geschwindigkeit, und er hat kein Resume. Sekundengenaues Resume (Wiederaufsetzen an der Stelle, wo man den Player zuletzt ausgeschaltet hatte) ist vor allem bei MP3 Audiobooks extrem wichtig, sonst hˆrt man ja dieselben Stellen des Buches immer wieder bzw. muss aufwendig durch Spulen die richtige Stelle wieder suchen.

Ansonsten tr‰gt sich das Ger‰t sehr angenehm. Er ist sehr leicht und die LCD Fernbedienung zeigt auch ID3 Tag Informationen an. Er hat einen Lock-Schalter, der ihn gegen ungewollte Tastendr¸cke sch¸tzt.

Obwohl das Ger‰t stark gummiert wurde, ist er nach Aussage von sonicBlue nicht wasserdicht.

Strassenpreis f¸r den 120er ca. 500 DM. Achtung ! Beim 60er Modell ist das Armband nicht im Lieferumfang enthalten.

Mit ein paar Nachteilen beim Joggen, daf¸r aber technisch ausgereifter pr‰sentiert sich der Creative D.A.P. II MG . Er ist nochmal etwas kleiner und leichter als der Nike, hat ebenfalls 64 MB Speicher und kann mit Smart Media Cards auf 192 MB erweitert werden.

Leider hat das Ger‰t keinen G¸rtelclip oder ‰hnliches, um ihn am G¸rtel zu befestigen. Da hilft als Trick wieder ein Produkt von Nike aus. Eine Oberarmtasche aus einem leichten Material mit Klettb‰ndern.

Tr‰gt sich nicht ganz so bequem, wie das Nike Armband, ist aber auch ganz ok. Schwierig wird es nur, wenn der Oberarm zu dick ist, denn der untere Gurt ist nicht verstellbar.

Da das Ger‰t bei dieser Befestigungsmethode ganz in der Tasche verschwindet, ist es zwar besser vor Regen gesch¸tzt, man kommt aber auch nicht mehr an die Bedienelemente heran. Zum Gl¸ck hat auch der Creative eine Kabelfernbedienung. Leider ohne Display. Es existiert aber eine Fernbedienung mit LCD Display als Sonderzubehˆr.

Das Ger‰t l‰sst sich mit einer Lock Taste gegen unbeabsichtiges Bedienen sperren.

Mit der mitgelieferten Software l‰flt sich das Ger‰t sehr flott neu mit Musik oder Audiobooks f¸ttern. Dazu steckt man das Ger‰t einfach in die mitgelieferte USB Docking Station die dann ganz nebenbei auch die internen NiMH Akkus aufl‰dt. So hat man beim Joggen auch immer frische Batterien im Ger‰t.

 Schaltet man ihn aus, setzt er beim Wiedereinschalten sekundengenau wieder auf (Resume). Sollte einem beim Joggen mal die Musik ausgehen, kann man ausserdem noch auf den eingebauten FM Tuner umschalten. Ein Ger‰t das richtig Spass macht.

Auf dem linken Bild sieht man deutlich die kurzen Wege der Kabel.

Creative hat - wohl eher zuf‰llig - auch meine Lieblings-Kopfhˆrer Form zum Ger‰t gepackt. Das Kabel vom Kopfhˆrer zur Fernbedienung ist obendrein angenehm kurz.

Leider wird dieses Ger‰t von Creative hier in Europa nur sehr zˆgerlich vermarktet. Man kann es aber recht bequem ¸ber die deutsche Creative Website bestellen.

Der Preis direkt bei Creative liegt bei ca. 550,- DM. Ein sehr gutes Angebot, vor allem wenn man bedenkt, dass der Player aus Magnesium ist und - bis auf die Tasche - in einer echten Komplettausstattung geliefert wird.

Update 20.06.2002: Inzwischen wird der Creative D.A.P. II MG nicht mehr in Europa vertrieben. Beim Vertrieb von MP3 Geräten auf dem europäischen Markt fährt Creative auch einen ziemlichen Schlingerkurs. Manche Geräte - wie den preiswerteren Nomad IIc - bekommt man im normalen Handel, andere - wie den D.A.P. II MG - nur über den Creative Direkt Versand in Irland. Mittlerweile wird der D.A.P. II MG in Europa nicht mehr angeboten. Die einzige Alternative ist der Nomad II MG vom amerikanischen Markt, der bis auf das Radioteil baugleich zum D.A.P. II MG ist. Aufgrund meiner schlechten Erfahrungen mit dem europäischen Creative Support rate ich aber mittlerweile von Creative Geräten ab.

Als Alternative zur Oberarmbefestigung bietet sich noch die G¸rtelclipmethode an. Voraussetzung ist nat¸rlich, dass das Ger‰t selbst einen G¸rtelclip hat und eine gewisse Masse nicht ¸berschreitet. Ist das Ger‰t zu schwer und/oder zu gross rutscht die Hose und das Geruckel stˆrt auch extrem.

Der Pontis SP600 ist hier ein idealer Vertreter der G¸rtelclipklasse. Er ist sehr leicht und hat einen sehr stabilen Metallclip an der R¸ckseite. Er wird mit nur einem Akku betrieben (AA Size) und h‰lt damit auch gute 5-6 Stunden durch.

Auch die sonstige Verarbeitungsqualit‰t der Hardware ist ausgezeichnet. Es wird im Gegensatz zu den beiden obigen Ger‰ten mit den weit verbreiteten Compact Flash Karten betrieben, die es inzwischen schon mit 256 MB zu vern¸nftigen Preisen gibt.

Leider sind die Softwareentwickler bei Pontis nicht so gut wie die Hardwaretruppe. Die Betriebssoftware hat diverse Fehler. Das reicht von einfachen Unschˆnheiten wie Anzeigefehler bei der Laufzeit bis hin zu wirklich ‰rgerlichen Bugs (ganze Titel werden ¸bersprungen oder die Wiedergabe stockt plˆtzlich). Details zum Pontis SP600 im Pontis Testbericht.

Da die Firma Pontis inzwischen in Zahlungsschwierigkeiten steckt, ist es wohl auch unwahrscheinlich, dass sich an diesen Bugs noch etwas ‰ndert. Sehr schade, denn aus dieser ausgezeichneten Hardware liesse sich sicher noch etwas machen.

Zum Gl¸ck gibt es noch einige andere Player mit einem Clip. Wobei der Trend derzeit dahin geht, den Clip an der Transporttasche zu befestigen. Die Tasche hat dann zusätzlich den Vorteil, dass das Ger‰t auch noch gegen Nässe und Stösse geschützt ist.

Ein interessanter Vertreter dieser Klasse ist der Rio500. Er wird leider in Deutschland nicht mehr aktiv vermarktet. Mit etwas Gl¸ck findet man aber noch Restger‰te. So gab es letztes Jahr eine Aktion bei Plus, da wurde das Ger‰t f¸r 333,-DM angeboten. Ein sehr guter Preis f¸r ein 64 MB Ger‰t, das so ziemlich alles unterst¸tzt, was man von einem modernen MP3 Player erwartet. Firmware ist upgradeable, grofles beleuchtetes Display, ein Art Resume Funktion (Bookmarks) f¸r Audiobooks und vieles mehr.

Mit einer AA Zelle l‰uft der Player bis zu 10 Stunden. Er kann zus‰tzlich mit SmartMedia Karten bis zu 192 MB aufger¸stet werden. Zum Bespielen des Speichers gibt es neben der mitgelieferten Software eine Menge an Alternativen in der Free- und Sharewareszene. Eine interessante Alternative stellt zum Beispiel MusicMatch Jukebox dar. Damit kann man die Titel w‰hrend des Downloads on-the-fly noch in eine niedrigere Bitrate konvertieren. Sehr praktisch wenn man besonders viel Musik unterbringen will und nicht so viel Wert auf die Qualit‰t legt.

Leider hat der Rio keine Fernbedienung, aber durch die sinnvolle Anordnung der Tasten an der Vorderseite des Players ist eine Bedienung auch so gut mˆglich.

Etwas nervig ist die Tatsache, dass man manuell zwischen dem internen und dem externen Speicher umschalten muss, wenn man einen Speichertyp ëleergehˆrtí hat. Auch die Resume Funktion ist nicht optimal. Man muss beim Ausschalten ein sogenanntes Bookmark setzen und dieses dann beim Einschalten wieder ausw‰hlen.

Es gibt noch einige andere Flash Player, die sich gut am G¸rtel tragen lassen. Alle Ger‰te, die ich besonders interessant finde, versuche ich nach und nach in der Hardware Section dieser Website vorzustellen. Details zu den Ger‰ten findet Ihr dann dort.

Ein sehr interessanter Player ist z.B. noch der Nex II von Frontierlabs. Er kann sogar mit IBM Microdrives umgehen, benˆtigt daf¸r allerdings auch zwei AA Zellen zur Stromversorgung. Das macht das Ger‰t - bei sehr geringer Grˆfle - etwas schwer. Seit dem aktuellsten Firmware Release unterstützt der NexII auch sekundengenaues Resume. Damit ist er ein klarer Jogging Favorit. Man sollte nur nicht versuchen, ihn beim Joggen mit einer Microdrive Festplatte zu benutzten. Man sollte es nicht glauben, aber selbst diese kleine Festplatte springt beim Joggen.

Wie man an der PJB Jukebox sieht, sind HDD basierte Player tats‰chlich etwas voluminˆs zum Joggen. Hier haben wir zum Vergleich ein solches Ger‰t im Bild. Die PJB100 w‰re in der Tat noch das am ehesten geiegnete Gerät. Sie hat einen sehr groflen Pufferspeicher von 8 MB, dadurch l‰uft die Platte eher selten an, und die Wahrscheinlichkeit von Aussetzern ist gering. Andere Vertreter wie die Archos Jukebox sind zwar kleiner, haben durch ihr Gewicht aber eine hˆhere Schwungmasse. Ausserdem hat der Archos nur 2 MB Pufferspeicher, und die Platte l‰uft entsprechend h‰ufiger. Schlecht f¸r die Akkus und schlecht f¸rs Joggen.

Ebenfalls ungeeignet zum Joggen sind meiner Meinung nach CD basierte MP3 Geräte. Ich habe ein paar ausprobiert. Auch Geräte mit 120 Sekunden AntiSchock setzen nach kurzer Zeit aus und sind nur durch eine Gehpause oder eine sehr sanfte Gangart bei der man den Player in der Hand trägt wieder zu beruhigen.

Der Markt bietet zwar eine grosse Anzahl von Taschen für tragbare CD Spieler an, aber wozu man diese braucht, ist mir völlig unklar. In einer solchen Rückentaschen ist der Player zwar warm und kuschelig verpackt, aber so gut wie gar nicht gegen die rythmischen Stösse eines Joggers geschützt.

Es ist zwar eine sehr individuelle Sache, wie stark der Player bei einem Läufer gegen die Hüfte schlägt. Bei mir hält es aber wirklich kein Player aus.

Update 20.06.2002: Meine Meinung, dass HDD basierte Geräte generell nicht zum Joggen geeignet sind muss ich etwas revidiren. Der neue iPod von Apple ist jetzt seit ca. 2 Monaten bei mir im Einsatz und ich habe nur sehr sporadisch Aussetzer beim Joggen. Dabei trage ich das Gerät in einer Neopren Hüfttasche. Das Gerät ist also durchaus heftigeren Erschütterungen ausgesetzt. Der sehr großzügig dimensionierte 32 MB Pufferspeicher des iPod wird speziell bei niedrig encodierten Stücken so selten befüllt, dass die Wahrscheinlichkeit von Aussetzern sehr gering ist. Tatsächlich habe ich bei sehr langen Läufen (> 13 km) schon mal einen Aussetzer. Das ist zwar nicht perfekt, aber dafür hat man im Gegensatz zu Flash basierten Geräten eine deutlich größere Auswahl an Musik und/oder Audiobooks dabei und muss nicht vor dem Lauf noch schnell den Player mit neuer Musik bespielen.

Welche Kopfhˆrer

Zum Abschluss noch ein Wort zu Kopfhˆrern. Ebenfalls ein wichtiges Detail beim Joggen. Hier gibt es drei Arten, die generell in Betracht gezogen werden können.

Ich benutze am liebsten den klassischen Nackenbügelhörer. Hier im Bild ist der Original Kopfhörer des Creative D.A.P. II MG. Der hat neben dem Nackenbügel noch zusätzlich den Vorteil, dass das Kabel sehr kurz ist und damit nur bis zur Kabelfernbedienung des D.A.P. reicht.

Es gibt aber mittlerweile eine ganzen Menge guter Nackenbügel-Kopfhörer. Vor allem von Sony. Der Klang der Sony Hörer ist zwar nicht perfekt, aber sie sind gut verarbeitet, und der Klang ist grundsätzlich in Ordnung.

 

 

 

 

 

Die Alternative zu einem Nackenbügelhörer ist ein normaler Bügelhörer. Das abgebildete Modell rechts ist dem Nike psa[play120 beigepackt. Er ist sehr leicht und sitzt fest auf dem Kopf. Fast etwas zu fest. Nach einem langen Lauf kann da schon mal ein wenig das Ohr schmerzen. Der Klang ist in Ordnung. Man nimmt damit Umgebungsgeräusche besser wahr als mit einem grossen Nackenbügelhörer oder mit Stöpseln.

Gerade wenn man nicht im Grünen, sondern zumindest teilweise im Strassenverkehr unterwegs ist, sollte man schon noch in der Lage sein Geräusche wahrzunehmen. Gerade eine Fahrradklingel oder eine Autohupe sollte man noch hören können.

Die dritte Bauart, der Stöpsel, gibt es in ausgezeichneter Qualität von Sony und Koss. Beide Modelle sind nicht ganz billig, aber sie sind Ihr Geld wert. Der Klang der Sony Stöpsel ist klar und natürlich, dabei aber noch sehr bassstark.

Die Sony Stöpsel haben ausserdem noch den Vorteil, dass sie mit 3 verschiedenen grossen "Ohrenadaptern" geliefert werden. Da kann sich jeder den passenden für sein Ohr aussuchen.

Welche Art von Kopfhörer man letztendlich benutzen will, sollte man vielleicht auch mal selbst ausprobieren. Meine Freundin läuft am liebsten mit Stöpseln im Ohr. Bei mir fallen die Dinger immer raus. Ich benutze sie eigentlich nur im Winter. Dann sind sie mit einem Stirnband gut fixiert.

Zu allen anderen Zeiten benutze ich einen einfachen Sony Nackenbügelhörer der immer in meiner Sporttasche rumliegt.

Soviel zum Thema Joggen und MP3. Ich hoffe, der eine oder andere kann etwas mit meinen Tipps anfangen und trifft eine gute Entscheidung bei der Auswahl seines MP3 Players.

Wie immer freue ich mich über eine Mail mit Anregungen oder Kritik zu meinem Artikel.

Ach ja, was höre ich eigentlich so beim Joggen für Musik ? Gar keine ! Bei Musik finde ich nie meinen eigenen Rythmus beim Laufen. Da ziehe ich ein gutes Hörbuch vor. Aber das ist ein eigenes Thema...

 

Last Modified: 29.12.2002 by Heimi